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| DIE GESCHICHTE - Die Kirchen |
| Die nachfolgenden Aussagen
zur Geschichte, Wirtschaft und Geografie entstammen dem Buch von
Luciarosa Melzani, Bagolino. Storia di una comunità, herausgegeben
von GM & Ti von Ciliverghe (BS).
Text herausgegeben von der GEMEINDEBIBLIOTHEK VON BAGOLINO
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Pfarre
San Giorgio
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DIE GESCHICHTE Die
Bauarbeiten wurden durch die Pestepidemie im Jahre 1630 verzögert.
Somit waren das Gewölbe des Presbyteriums und die Halbkuppel
der Apsis noch unvollendet, als einige Teile des Kirchenschiffes
von Palma il Giovane mit Fresken bemalt wurden und einige Altäre
bereits aufgestellt waren. Die Bauarbeiten wurden nach der Pest
fortgesetzt. Das Material dafür musste von Condino herantransportiert
werden. Im Jahre 1636 war der Kirchenbau abgeschlossen. Maler und
Freskomaler führten nun ihre Dekorationsarbeiten zu Ende. Der
hochgelegene "Dom" von Bagolino überragt das Dorf,
das sich halbkreisförmig zu Füßen der Kirche sammelt.
(Die beiden Enden des Halbkreises erweitern sich jeweils und bilden
die beiden Dorfteile: Visnà, rechts der Kirche und Cvril
links der Kirche). Die massive Giebelfassade ist mit einfachen Graffiti-Bemalungen
verziert. Sie ist nur durch ein sehr einfaches, dreigegliedertes
Bogenfenster unterbrochen. Die elegante Vorhalle mit ihren sieben
Bögen, verleiht der Fassade eine eindrucksvolle Fülle
im oberen Teil und Leere im unteren Teil. Vermutlich ist dieses
Design unter dem Einfluss Venedigs entstanden. Die Familie Versa
lieferte das Material und die Arbeitskräfte für den Bau
des Laubengangs. Auf dem Sockel des Vorbaus des linken Eingangsbogens
der Vorhalle ist vermerkt: MARTI + VERSA - F. SVO - FILIOL? - DA
- B. Dieselbe Familie Versa stiftete auch das linke Portal. Der
Glockenturm wurde 1681 errichtet und ersetzt den vorherigen, der
neben dem rechten Eingang stand. Eine Kuppel, die auf einer achteckigen
Trommel sitzt, schließt den Glockenturm ab. Gemälden
von Moreschi und von anonymen Künstlern zeigen, dass die Spitze
mit einer hohen Fiale gekrönt war. Diese wurde wahrscheinlich
beim Brand 1779 zerstört.
DER INNENRAUM
Der weite Innenraum ist von einem Tonnengewölbe
überspannt. An jeder Seite der Kirche beleuchten vier große,
halbrunde Fenster den Innenraum. Sie korrespondieren mit den acht
Seitenkapellen. Doppelte vertikale Vorbauten alternieren die Kapellen
und vergrößern optisch die Höhe, die man sonst in
einer einschiffigen Kirche mit Tonnengewölbe vermisste.
Das Presbyterium ist in der Höher niedriger und ebenfalls mit
einem Tonnegewölbe gedeckt. Es schließt mit einer halbrunden,
außen polygonalen Apsis ab. Gemalte Täfelungen von Sandrini
und Viviani betonen den Eindruck von Größe und Monumentalität.
Gleichzeitig vermittelt das Kirchenschiff durch seine hohen Nischen
ein Gefühl heiliger Andacht, typische Eindrücke von Zentralität
und Erhabenheit der posttridentinischen Epoche und des 17. Jahrhunderts.
Die Propsteikirche von Bagolino gehört in der Tat zu den vielen
Kirchen, die in der Provinz Brescia im 17. Jh. nach Baumustern des
späten 16. Jahrhunderts errichtet wurden. Dieses Schema sah
einen einzigen Raum sowie ein Tonnengewölbe vor und war nach
dem Konzil von Trient sehr verbreitet.
DIE FRESKEN
Auffallend ist das mit Fresken nach dem Geschmack
und den für das 17. Jh. typischen Strukturen bemalte Gewölbe.
Sein Maler ist Tommaso Sandrini (1575-1630), der Begründer
der Wandmalerei in Brescia. Mit außergewöhnlicher Bravur
gelang ihm eine perfekte optische Täuschung. Die acht großen
Fenster verdoppeln scheinbar Höhe des Kirchenschiffes. Die
Säulen der Loggien stützen sich auf Konsolen, setzen die
Vorbauten der Wände scheinbar fort und verstärken somit
die hochstrebende Wirkung des Schiffes. Camillo Rama (1585-1630?)
malte die Fresken in den Täfelungen. Die erste stellt das Martyrium
des Hl. Vigilio, Bischof von Trient, dar. Die zweite schildert die
Seligkeit der Jungfrau Maria. Diese beiden Szenen, überfüllt
mit starren Gestalten in stereotyper Haltung, sind dem dritten Fresko
desselben Malers keinesfalls vorzuziehen. Die tragische und einfache
Szene mit dem Hl. Georg, der den Drachen tötet, zeigt sich
stattdessen dynamisch. Die letzte Szene mit der Heiligen Familie
wurde von Gaetano Cresseri während den Renovierungsarbeiten
im Jahre 1898 hinzugefügt.
Ebenfalls Rama, ein Schüler von Palma il Giovane, setzte sein
Werk fort, verzierte die übrigen Nischen mit Fresken und schuf
die Szenen des Exodus zwischen den doppelten Vorbauten.
In der ersten Nische rechts befindet sich der einfachste Altar aus
Holz der ganzen Kirche. Er gliedert sich in drei Stufen: Den eigentlichen
Altartisch, eine Erhebung mit zwei kleinen Bildern (mit der Heiligen
Angela Merici und der Seligen Versa Da Lumi) sowie darüber
einen weiteren Sockel. Auf diesem Sockel erheben sich zwei spiralförmige
Säulen, die ein mit drei kleinen Engeln verziertes Gebälk
tragen. Der Rahmen und das Gemälde mussten sich bereits in
der Vorgängerkirche befunden haben. Das Bild mit dem Hl. Augustinus
und der Hl. Monika mit der Jungfrau Maria und dem Kinde wurde stets
Pietro Ricchi, genannt der Lucchese, zugeschrieben. Mit einem fundierten
Vergleich mit anderen Werken dieses Malers in Bagolino und in der
Provinz Brescia ist Ricchi's Urheberschaft nicht weiter haltbar.
Fappani schreibt die Werke Pietro Marone zu. Auf Marone weisen viele
Merkmale hin wie der Manierismus, der zwischen Ende des 16. und
Anfang des 17. Jahrhunderts im Gebiet um Brescia typisch war, sowie
auch die venezianischen Farben.
In der zweiten Nische rechts, in einen barocken Holzaltar eingelassen,
befindet sich ein Bild des Hl. Lorenzo zwischen dem Hl. Johannes
des Täufers und dem Hl. Petrus dar und wird Francesco Torbido
zugeschrieben. Der Altar zeigt deutlich die Vorliebe des 17. Jahrhunderts
für den "horror vacui". Es gibt keine glatte Fläche,
sondern das gesamte Werk einschließlich der Säulen sind
mit Blumenmotiven (Bänder, Schnörkeln) überdeckt.
Nur mit Mühe erkennt man die drei kleinen Engel, die scheinbar
das Bild tragen. Weitere neun Engel sowie die drei kleinen Köpfe,
sind in den überbordenden Rahmen eingearbeitet. Im unteren
Teile des Geflechtes befinden sich reizvolle Figuren, etwa rechts
der kleine Mann mit der breiten Hose aus dem 17. Jh. und links die
Frau mit der kleinen Halskette aus roten Korallen (typisch unter
unseren Bäuerinnen). Eine Inschrift verweist auf das Jahr 1662
und den Namen des Autraggebers. Die Feststellung der Urheberschaft
Torbido's war nicht einfach, obwohl schon Vasari davon schrieb:
" ... und (Torbido) schuf ein Gemälde, das nach Bagolino
gebracht wurde, einem Ort in den Bergen bei Brescia".
Später, vielleicht aufgrund eines Übertragungsfehlers
oder durch Verwechslung mit dem Spitznamen des Malers, schrieb Da
Pozzo das Gemälde Battista del Moro zu. Del Moro war Schwiegersohn
und Schüler von Torbido, der eben "il Moro" genannt
wurde.
Aber das Gesicht des in Lektüre versunken Hl. Petrus ist eines
der besten Beispiele für die Porträtmalerei von Torbido,
der dafür sehr berühmt war. Dieses Gemälde in warmen
und hellen Farben ist zwischen 1525 und 1530 entstanden. Es zeigt
noch nicht die manieristischen Kadenzen von Giulio Romano, der den
Maler später beeinflusste. Torbido war vielseitig und offen
für die verschiedensten Einflüsse. In diesem Gemälde
verweisen die Engel auf Latti und die Stille Ruhe der Figuren zeigen
den Einfluss von Giorgione. Diese Ruhe ist durch die typischen Farben
der venezianischen Schule unterstrichen, allerdings ist der Ausdruck
und der Kanon der Figuren ein wenig gröber, provinzieller.
An den Seiten des Altars und an den Wänden der Nische ragen
die Freskogestalten des Hl. Hieronimus und des Hl. Hilarion und
die Allegorien der Barmherzigkeit, des Glaubens und der Hoffnung
hervor. Sie sind mit Sicherheit das Werk von Palma il Giovane. Dieser
arbeitete ebenfalls an den Fresken in der linken Nische (Hl. Anna
und Hl. Joachim, die Geschichten von Judith und Holofernes). Leider
konnte der Künstler sein Werk nicht vollenden, da er ein Jahr
nach der Abschluss des Kirchenbaus starb. Camillo Rama führte
sein Werk weiter.. Die schöne Gestalt der Heiligen, die proportioniert
und vom typischen Licht von Palma il Giovane gezeichnet sind, können
nicht mit den groben und starren Gestalten der Fresken aus den übrigen
Nischen verglichen werden.
Zwischen der zweiten und der dritten Nische befindet sich eine Kanzel
mit einem Flachrelief. Es stellt Christus bei einer Predigt an das
Volk dar und stammt von einem anonymen Schnitzer des 17. Jahrhunderts.
Das Werk erinnert an die Frische der naiven Maler, auch wenn es
wegen der unproportionierten, durcheinander gewürfelten Figuren
mit ihren zu großen Köpfen kritikwürdig ist. Nach
einer Überlieferung stellt das Gesicht Christi ein Porträt
von Pater Borra dar, der in der Fastenzeit im Jahre 1624 predigte.
In der dritten Nische befindet sich ein barocker Altarbildrahmen
aus zwei üppigen Säulen, der oben von vier kleinen Engeln
abgeschlossen wird. Das mittlere Gemälde wurde 1804 aus der
Kirche von Hl. Lorenzo verlegt und dem Altar angepasst (an den Seiten
wurden zwei Streifen angebracht. Das Bild verlor dabei seine gewölbte
Form). Es stellt die Heilige Familie mit dem Hl. Rocco, dem Hl.
Anianus, dem Hl. Markus und dem Hl. Sebastian dar. Sein Schöpfer
ist Pietro Rosa, ein Schüler Tizian's. Wegen dessen Vielseitigkeit
wurde dieses Gemälde für lange Zeit unterschiedlichen
Malern zugeschrieben. Im Bild sieht man den Hl. Markus, der den
Hl. Anianus ruft. Bemerkenswert ist das einfache Stilleben, das
im typischen Stil der Brescianer Malerei sämtliche Schusterwerkzeuge
dargestellt. Daneben stehen rechts der Hl. Sebastian und links der
Hl. Rocco. Die Heilige Familie darüber zeigt Tizian's Einfluss.
In der Basis der beiden Säulen befinden sich zwei kleine Bilder:
Links der Hl. Gaetan, rechts die Selige Ursula. Beide sind vom geringen
künstlerischen Wert und stammen wahrscheinlich von Bernardino
Boni, einem Brescianer Maler des 18. Jahrhunderts.
Der einfache Altar aus Stuck und Marmor in der vierten Nische ist
im oberen Teil mit zwei kleinen Engeln verziert. Diese zeigen auf
den Grabstein, der in der Mitte des Tympanons liegt. Im Altar sticht
das Gemälde mit dem auferstandenen Christus zwischen den Heiligen
hervor. Es handelt sich um ein Werk von Giacomo Barbello (in der
Schriftrolle, die aus dem Buch unten links herausragt, liest man:
"G. JACOBUS BARBELLUS CREMENSIS PINGEBAT 1643"). Das eigenwillige
Licht hier unterscheidet sich von dem der anderen Gemälde.
Hier spielt das Licht die Hauptrolle: Es fällt aus der Höhe
und formt Faltenwürfe und Gestalten und lässt die zarten,
jedoch effektvoll farbigen Mäntel hervortreten. Dies beweist
den Künstler aus der Bologneser Schule.
Die Orgel im Chor, "in cornu epistolae", stammt von den
Brüdern Serassi aus der bedeutendsten lombardischen Orgelfamilie
des 18. und 19. Jahrhunderts. Diese Orgel ersetzte die der Familie
Antegnati (Ende des 16. Jahrhunderts), die beim Brand im Jahre 1779
stark beschädigt wurde.
Die Täfelungen im Gewölbe der Apsis und des Presbyteriums
stammen von Ottavio Viviani. Er bemalte sie, nachdem die beiden
vorausgehenden Künstler in Folge der Pest im Jahre 1630 starben.
Die Krönung der Jungfrau Maria stammt von Lucchese und ist
gut in die barocken Täfelungen integriert. Auch diese Fresken
wurden durch den Brand der Orgel beschädigt. Sie haben bei
der Restaurierung 1890 an Ausdruckskraft verloren.
Der imposante Hauptaltar, ein Werk des Abtes Gaspare Turbini, wirkt
durch das Antikgrün und das Weiß seines Marmors und auch
durch seine Verzierungen mit vergoldeten Bronzen elegant. Das Altarbild
wurde, wie unten zu lesen ist, 1703 dem Maler Andrea Celesti von
Reverend Andrea Buccio geschenkt. Es stellt oben die Heilige Dreifaltigkeit
und unten den Hl. Georg mit dem Drachen dar. Ein Vergleich dieser
Szene mit der im Gewölbe von C. Rama ist höchst interessant.
Das Fresko aus dem 17. Jh. strahlt Bewegung aus, die Farben sind
dunkel und neben den Hauptfiguren bleibt nur der makabre Hauch der
auf dem Boden verstreuten Skelette. Das Bild von Celesti enthält
mehr Figuren: Oben die Heilige Dreifaltigkeit, unten den Hl. Georg,
der sich nicht mehr um den bereits verwundeten Drachen kümmert,
die typische Dame des 18. Jahrhunderts ist von der Anwesenheit des
Ungeheuers nicht sehr beeindruckt und ein Putto hält den Schild.
Im Hintergrund schafft eine weite, schöne Landschaft eine fast
unwirkliche und freundliche Atmosphäre.
Nicht immer im Kirchenraum ausgestellt ist ein Antependium (Verkleidung
des Altarunterbaus) mit acht Heiligen, der Jungfrau mit den Heiligen
Rocco und Antonius zwischen Blumenmotiven. Das Antependium besteht
aus zusammengenähten Rechecken aus Leder. Sein Urheber stammt
vermutlich aus der Gegend. Darauf weisen das verwendete Rohmaterial
und die Naivität des Stückes hin. Dennoch handelt es sich
hier um echtes Volkskunstwerk.
In der vierten Nische links, dem Altar aus Stuck und Marmor perfekt
eingegliedert, befindet sich eine hölzerne Kreuzigungsszene.
In der Mitte hebt sich vor düsterem Himmel ein Kreuz mit einem
wohlproportionierten Christus ab. Das bis in alle Details ausgearbeitete
Kruzifix steht im Kontrast zu den anderen Statuen am Fuße
des Kreuzes. Die Gesichter dieser Statuen wirken angeschwollen,
missgestaltet, schmerzverzogen und starr. Vielleicht soll dieser
Ausdruck den Unterschied zwischen der friedvollen Ruhe des Christus
und der menschlichen Leidenschaften und Irrungen unterstreichen.
Dieser Unterschied ist möglicherweise auch zufällig, da
unterschiedliche Künstler das Werk geschaffen haben. Die drei
gedrungenen Gestalten, die dicken Hände, das gewellte Haar
der drei Gläubigen erinnern an Figuren aus dem Trentino und
kommen der Vollkommenheit des Körpers des Christus nicht nahe,
der im Stil und der Harmonie der Renaissance modelliert wurde.
Im Kyma (Zierleiste) befindet sich ein kleines Bild von Lucchese,
das den Hl. Michael bei der Befreiung der Seelen aus dem Purgatorium
darstellt.
Die dritte linke Nische enthält mehrere Werke, darunter die
Madonna vom Hl. Lukas. Der Altar wird auch Altar des Rosenkranzes
genannt, weil das Altarbild von den 15 Mysterien umrahmt ist. Die
Wände sind mit Fresken von Palma il Giovane bemalt. Der Altarbildrahmen
ist das Meisterwerk von Giacomo Faustini, einem Schnitzer aus der
Brescianer Tiefebene. Den Vergleich mit dem tüchtigeren und
berühmteren Zeitgenossen Boscaì kann Faustini nicht
bestehen. Neben zwei Engeln auf zwei hohen Säulensockeln, stehen
zwei elegante Statuen, die mühelos ein üppiges und ausgefeiltes
Kyma tragen. Das ganze Gewicht wird von weiteren Karyatiden kniend
und in mühevolle Haltung gestützt. Neben diesen Karyatiden
stehen zwei kleine, tanzende Flachrelieffiguren, die auf die Madonna
vom Hl. Lukas blicken.
In der Mitte befindet sich das Gemälde von Gandino. Dieses
ist von kleinen Bildern begleitet, die das Gemälde fortsetzen.
Jedes Gemälde besitzt einen eigenen Rahmen und stellt die Mysterien
des Rosenkranzes dar. Im unteren Teil erkennt man eine Ansammlung
von Menschen bei einer Prozession, die sich zwischen dem Hl. Domenikus
und der Hl. Katharina schlängelt. Nach einer Legende wurde
das Bild mit der Madonna vom Hl. Lukas aus dem Schloss der Grafen
von Lodrone entnommen. Dieses Schloss wurde bei einem Aufstand der
Bagossi zerstört. Das Bild kam immer wieder an seinen ursprünglichen
Ort zurück und erst nach einer feierlichen Prozession blieb
es dauerhaft in der Kirche des Hl. Georg. Die Bildtafel stammt von
einem der Madonnenmaler aus Venedig, die über Jahrhunderte
(vom 14. bis zum 19. Jahrhundert) diesen Stil tradierten. Laut G.
Panazza stammt dieses Bild aus der Zeit zwischen Ende des 15. und
Anfang des 16. Jahrhunderts. Panazza beschreibt es als "eines
der feinsten Exemplare aus diesem Bereich". Das Originaltafelbild
wird alle fünf Jahre im Rahmen festlicher Feierlichkeiten enthüllt.
Im Alltag zu bewundern ist lediglich eine Kopie.
In der zweiten linken Nische befindet sich ein Gemälde, das
Tintoretto zugeschrieben wird. Es wurde 1804 aus der Kirche des
Hl. Rocco hierher gebracht und ist einem schlichten Rahmen aus dem
17. Jh. eingegliedert. Das Bild stellt oben die Heilige Dreifaltigkeit,
in der Mitte den Hl. Basilius mit den Heiligen Sebastian, Bernhard,
Markus und Rocco dar. Die Heilige Dreifaltigkeit strahlt ihr Licht
auf alle diese Heiligen aus. Die Urheberschaft Tintoretto's dieses
Bildes ist sehr umstritten. Zenucchini schreibt es Tintoretto zu
(die Verwalter von Sankt Rocco zu Bagolino gaben 1585 Tintoretto
dieses Bild in Auftrag). Nach Zanetti hat zwar Tintoretto das Werk
begonnen, sein bester Schüler Marco Pellegrino habe es vollendet.
Panazza erwähnt lediglich Marco Pellegrino. Wahrscheinlich
ist das Bild unter der Leitung des Meisters entstanden. Von ihm
dürften ebenfalls die Vorbereitungsskizzen sein.
In der ersten linken Nische finden wir, ebenfalls in einem Altarbildrahmen
des 17. Jahrhunderts, ein Gemälde von Camillo Rama. Die drei
Figuren des Hl. Karl, des Hl. Dominikus und des Hl. Lorenzo "leben"
vor einem einfarbigen Hintergrund, der um so mehr ihre Einsamkeit
betont.
In der Wandfläche über dem Haupttor prangt ein riesiges
Bild (60 Quadratmeter) von Pietro Marone. Dieses Bild befand sich
ursprünglich im Refektorium der Ordenskanoniker der Pfarrei
des Hl. Johannes in Brescia (das Kloster wurde 1784 aufgegeben).
In diesem Gemälde ist der Einfluss Veroneses sehr ausgeprägt.
Für Veronese sprechen die Szene des Festmahls in einem architekturbetonten
Ambiente, der freudige Ausdruck, die klare Farbe, die Zusammenstellung
einfacher, natürlicher Farbtöne.
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Die
San Giuseppe Kirche (Sankt Josef Kirche) in Ponte Caffaro
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| DIE
GESCHICHTE
Nach der 1863 fertiggestellten Trockenlegung des
Pian d'Oneda tat der Bau einer neuen Kirche not. Die Einwohnerzahl
nahm zu und die tausend Jahre alte Einsiedelei Sankt Jakob war nun
nicht mehr ausreichend und lag zudem außerhalb des Dorfkerns.
Im Winter 1873 treffen sich im Hause des Pfarrers einige Familienväter
und beschlossen den Bau einer neuen Kirche.
Das Grundstück, auf dem die Pfarre entstehen soll, ist eine
Schenkung von Frau Bignota, Witwe Scalvini. Den Architekten Pellini
aus Varese betraut man mit der Planung. Pellini entwirft die Kirche
nach einer Kopie des Doms in Breno. Die Bevölkerung trägt
zum Bau der Kirche mit Kalkmörtel und Sand bei. Das Material
genügt auch für den Bau der Mauer im darauffolgenden Jahr.
Hilfsarbeiter und Maurer graben unentgeltlich das Fundament. In
weniger als zwei Monaten sind die Mauern der Pfarrkirche bereits
1,20 m hoch. Die Kosten betragen 830 Lire. Finanzielle Schwierigkeiten
stellen sich ein, die zu einer einträglichen Spendensammlung
vor Ort und in den Nachbardörfern führen: Die Kirchenfabrik
von Bagolino spendet einen Scheck über 1100 Lire. Die Gebrüder
Fenoli sammeln Baumaterial in Form von Lärchen und Tannen.
Der Pfarrer von Sankt Jakob überlässt seine Gehalt dem
Baukomitee. Den Lebensunterhalt des Pfarrers tragen abwechselnd
die Familien im Dorf. Im Rahmen der Verfügbarkeit schenken
die Frauen Eier, in schwierigen Zeiten ein wertvolles Tauschobjekt
für kleine Einkäufe wie Knöpfe, Zwirn usw. Es folgen
weitere Spenden von den Nachbardörfern. Dank der zahlreichen
Spenden wurde die Pfarrkirche 1880 fertiggestellt.
Zum Gedenken der Bauarbeiten findet sich auf dem Blendbogen folgende
Inschrift:
ERECTIONI PERVENIT
OPTATIS AUSPICATISQUE
DIEBUS JIUBILEI EPISCOPALIS
PII PAPAE IX
Die neu gebaute Kirche hängt zunächst
noch von der Pfarrkirche von Bagolino ab. Erst 1958 wird die Kirche
von Ponte Caffaro durch den kirchenamtlichen Erlass von Bischof
Giacinto Tredici zur selbständigen Pfarrkirche und von der
Pfarre Sankt Georg zu Bagolino getrennt.
90; mapp. Der zu errichtenden Kirche von Ponte Caffaro, die den
Namen Pfarrkirche Sankt Josef trägt, werden, laut Dionisi,
bewegliche Güter im Wert von 1.200.000 Lire, sowie unbewegliche
Güter wie das Pfarrhaus Plan Nr. 8376, ein Grundstück
Plan Nr. 3995, eine Baumwiese von 23,90 ha, Plan Nr. 9625 Schenkung
der Kirchenfabrik von Bagolino, überlassen.
Der bischöflicher Erlass würdigt das Ereignis: "Zur
Erinnerung an diese Teilung [der Pfarrei] und diesen Bau und als
Zeichen von Dankbarkeit gegenüber der Mutterkirche Sankt Georg
in Bagolino wird der zukünftiger Pfarrer der Sankt Josef Kirche
in Ponte Caffaro den Pfarrer von Bagolino am Tag des Hl. Georg oder
an einem anderen festlichen Feiertag nach Ponte Caffaro einladen,
dort den heiligen Gottesdienst und die Vesper zu halten".
DER INNENRAUM
In der Kirche befinden sich ebenfalls Fresken
im Deckengewölbe und ein Gemälde von Josephus Salviatus
(G. Porta) mit der Madonna mit Kind.
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Das
San Valentino Kirchlein (Sankt Valentin Kirchlein)
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| Es ist urkundlich
belegt, dass in Ponte Caffaro am Ende der Palus-Straße eine
kleine Kirche stand. Sie war dem Hl. Valentin gewidmet, dem Heiligen,
der vor dem "bösen Fieber" schützen sollte,
das damals dieses Gebiet heimsuchte.
Mitte des 17. Jahrhunderts stand das Kirchlein noch. In einer Vermessung
(Taxation) des Pian d'Oneda aus dem Jahre 1674 sind die Maße
und der Grundriss der Kirche (11x6 Ellen) sowie der Sakristei (7x6
Ellen) eingetragen.
Fappani nennt auch das Testament von Francesco q. Vincenzo Fanzoni,
genannt Gogella, (Juli 1705). Fappani verfügte darin, dass
100 Throne im Sankt Valentin aufgestellt werden sollen, in jenem
Kirchlein also, "das nun gebaut wird".
1840 zerstörte eine Überschwemmung des Flusses Caffaro
das Kirchlein und der Kult mit dem Hl. Valentin wird in eine Kapelle
(die heute als Sakristei dient) der Kirche Sankt Jakob verlegt.
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Einsiedelei
San Giacomo in Caselle
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| DIE
GESCHICHTE
Die
sehr alte Einsiedelei von Sankt Jakob steht an der alten Kaiser-Straße,
die ins Trentino führt. Heute zeigt sich diese Einsiedelei
wie ein ungewöhnliches Relikt aus vergangenen Zeiten.
Die Benediktinermönche von San Pietro in Monte Orsino di Serle
hatten die Aufgabe, dieses Gebiet trockenzulegen und gründeten
diese Einsiedelei etwa im 10. Jh., zusammen mit einer Pilgerherberge.
Wegen ihrer Lage ist diese Kirche sehr geschichtsträchtig.
Da sie in einem Grenzgebiet stand, war sie oft Mittelpunkt heftiger
Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde Bagolino und den Grafen
von Lodrone. Diese beanspruchten als lokale Potentaten der Gegend,
den Besitz des Pian d'Oneda, wo die Kirche steht.
Sankt Jakob war für die Diözese Trient stets von großer
Bedeutung. Bereits im 13. Jh. förderte die Diözese in
Person des Bischofs Vanga die Renovierung der Kirche und der Herberge.
Der bot den Gläubigen Ablässe und sammelte Spenden. Die
Einwohner von Bagolino sorgten für die Instandhaltung der Kirche.
Sie bezahlten auch einen Pfarrer, der dafür jeden Sonntag eine
Messe in Sankt Jakob hielt. Die Gemeinde benannte einen "Verwalter",
der die Kirche und angeschlossene Güter, einschließlich
der Gastwirtschaft, bewirtschaftete.
Bei folgenden Ereignissen spielte diese Kirche eine Rolle:
AM 24. JULI 1475: Die Lodroni stellen einen
eigenen Priester, der die Messe halten soll, und beschießen
die Einwohner von Bagolino mit Hakenbüchsen. Am darauffolgenden
Tag, zum Fest des Heiligen Jakobs, treten die Bagossi ebenfalls
bewaffnet auf und die Grafen müssen abziehen.
AM 25. JULI 1476: Die Grafen von Lodrone versuchen,
das Patronsfest zu verhindern. Als die Bagossi mit 300 bewaffneten
Männern eintreffen, sind die Lodroni bereits abgezogen.
AM 16. APRIL 1477: Die Serenissima (Republik
Venedig) fordert die Einstellung der Kämpfe und Tötungen
zwischen den Parteien auf. Bei Nichtbeachtung dieser Aufforderung
werde Bagolino mit einer Strafe von tausend und die Lodroni von
zweitausend Dukaten bestraft.IM JAHRE 1520: Für die Genehmigung
des Patronsfestes verlangen die Lodroni von der Gemeinde 60 Dukaten.
Bagolino widersetzt sich. Die Lodroni begeben sich daraufhin nach
Sankt Jakob und verletzen dort einen Wirt und dessen Ehefrau. Als
die Republik Venedig von diesem Vorfall erfährt, verhängt
sie ein Embargo über die Lodroni und zwingt die Grafen, mit
den Bagossi zu verhandeln.AM 28. JULI 1535: Die Gemeinde sucht die
politische und religiöse Bedeutung der Kirche Sankt Jakob zu
steigern und verhängt hohe Strafen für Dorfbewohner, die
nicht am Patronsfest teilnehmen.AM 5. AUGUST 1535: Die Grafen von
Lodrone erdolchen in der Herberge von Sankt Jakob Giovanni Ambrosi,
einen Bewohner von Bagolino.
IM JAHRE 1569: Jede Familie stattet ein Mitglied
mit eigenen Waffen aus. Zudem wählt die Gemeinde "Führer
für das Fest von Sankt Jakob" und bestimmt weitere Männer,
die Waffen erhalten. Im Jahre 1569 bestanden die Waffen aus drei
Lanzen, fünf Hakenbüchsen und einer Flinte. Außerdem
wurden Männer bestimmt, die Fahnen zu tragen und "die
Trommel zu schlagen".
AM 16. FEBRUAR 1636: Das Verwaltungs-Interdikt,
das der Bischof von Trient E. Madruzzo eingeführt hatte, wird
aufgehoben. Demnach darf die Messe in der Kirche Sankt Jakob wieder
gehalten werden.
Die Einwohner von Bagolino besuchen ihre alte Kirche weiter. Diese
Kirche bot noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
bis zum Bau der neuen Kirche Sankt Josef in Ponte Caffaro einem
Hilfsgeistlichen einen ständigen Wirkungsraum. Dieser Koadjutor
war zuständig für die Lesung der Messe, für Beichten
und Taufen, die Predigt sowie den Schulunterricht.
DIE AUSSENSEITE DER KIRCHE
Die tausendjährige Kirche hat eine Giebelfassade
und eine Vorhalle mit drei Arkaden, die 1600 dazugebaut wurde. Dort
lassen sich noch die Spuren alter Fresken erkennen. Rechts außerhalb
der Vorhalle steht eine großer Christophorus-Figur. In der
Mitte befand sich der geflügelte Löwe, Symbol der Republik
Venedig. Der Glockenturm stammt aus der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts und ist sechs Meter hoch. Er ersetzt den alten
Turm, der nur drei Meter maß und dessen Glocken nicht von
allen Einwohnern des Piano gehört werden konnten.
Die alte Herberge neben der Kirche trägt auf der Türe
eine Gravur mit dem Wappen von Bagolino.
DER INNENRAUM MIT SEINEN BEDEUTENDSTEN KUNSTWERKEN
Vom ursprünglichen Bauwerk sind heute in der
Kirche die Apsis und die Stufen erhalten, die zur ehemaligen Kapelle
zum Kult von Sankt Valentin führen. Heute dient diese Kapelle
als Sakristei.
Der Dachstuhl der einschiffigen Kirche wird von zwei Jochen getragen.
Die hohen Fenster in den Wänden versorgen das Kirchenschiff
mit einer wahren Lichtflut.
Der Innenraum wirkt in seiner Schlichtheit etwas kahl, verfehlt
aber nicht seine Wirkung. Hier befand sich in der Apsis ein holzgerahmtes,
kostbares Altarbild: Das einzige Werk des Malers Josephus Salviatus
(G. Porta), das im Gebiet um Brescia erhalten geblieben ist. Dieses
Gemälde befindet sich heute in der Pfarrkirche von Ponte Caffaro.
Das Bild stellt die Madonna mit dem Kinde und den Heiligen Markus,
Philipp, Valentin und Jakobus dar und wurde 1568 von der Gemeinde
Bagolino erworben.
LINKER ALTAR
Der Altar war der Madonna des Heiligen Lukas gewidmet
und verwahrte ein Gemälde, das heute im Hauptaltar eingelassen
ist. Dieses Gemälde ist eine „Kopie“ der wundertätigen
Madonna von Bagolino von Anfang des 17. Jahrhunderts. Der hiesige
Maler Raminca schuf die Kopie für das Kloster von Bagolino.
Das Bild entging der Plünderung des Klosters während der
zisalpinischen Zeit. Nach einer wechselvollen Geschichte verschenkten
die Nachkommen von M. Dagani (genannt "Scagn") 1860 das
Bild der Kirche Sankt Jakob, nachdem diese inzwischen im Besitz
des Madonnen-Bildes waren.
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Die
Kapelle des Hl. Antonius
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Unterhalb
der linken Sakristei befindet sich eine den Heiligen Filippo Neri
und Antonius aus Padua gewidmete Kapelle.
Von besonderer Interesse sind die Fresken des Gewölbes.
Der Bildrahmen des einzigen Altars ist stattlich und harmonisch. Er
enthält ein Gemälde mit den beiden Heiligen und der Jungfrau
Maria und ist mit A.R. signiert.
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Die
San Lorenzo Kirche
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| DIE
GESCHICHTE
Die San Lorenzo Kirche war einst die Kapelle des
alten Friedhofs. Vom ursprünglichen Bau ist lediglich die Apsis
und die Reste zweier zugemauerter gotischer Fenster erhalten. Sie
wurde mehrmals durch Brände beschädigt (1779 und 1915)
und erst kürzlich renoviert. Dabei wurde ihre Bauform aus dem
Jahre 1924 beibehalten.
DER INNENRAUM
Im ersten rechten Altar befindet sich ein Gemälde
von Itagliani mit dem Martyrium der Hl. Lucia.
Im zweiten Altar präsentiert ein Bild mit dem Hl. Antonio Abate
von Ridolfi.
Gegenüber diesem Gemälde glänzt das berühmteste
Bild von A. Moreschi, dem Maler aus Bagolino aus dem 17. Jh. Es
handelt sich um eine Kopie von Christi Geburt von Savoldo, dessen
Original in der Pinakothek in Brescia aufbewahrt ist.
In der ersten linken Nische hängt ein weiteres Werk von Moreschi,
die Darstellung vom Jesus im Tempel.
In der linken, heute zugemauerten Türe ist ein Lünettenbild
untergebracht. Es stammt aus der Kirche der Familie Adamino und
zeigt die Familie, die die Kirche der Madonna widmet. Das wertvoll
gerahmte Altarbild in der Apsis stammt von einem anonymen Maler.
Es stellt die Madonna zwischen dem Hl. Josef und dem Hl. Lorenzo
dar. Die Autoren aller anderen Bilder sind unbekannt.
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Das
Altenheim San Giuseppe (Sankt Josef)
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Das dorfbeherrschende
Gebäude ist das ehemalige, 1517 von der Seligen Versa Da Lumi
gegründete Kloster. Im Laufe der Zeit wurde der Kloster mehrmals
umgebaut und ist heute ein Altersheim.
Das Gebäude schließt eine kleine Kirche ein, die dem Heiligen
Herz Jesu gewidmet ist. Dort befindet sich das Altarbild der Kirche
der Heiligen Gervasio und Protasio von Gianbattista Motella sowie
eine anonyme Darstellung der Marienhimmelfahrt.
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San
Rocco Kirche heute
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| DIE
GESCHICHTE
Der älteste Teil der Kirche ist das Presbyterium,
das einen Freskenzyklus von Pietro da Cemmo enthält. Nach einer
Legende wurde die Kirche auf den Ruinen eines etruskischen Tempels
erbaut.
Der gesamte Hauptteil der Kirche wurde nach einem Gelübde an
den Hl. Rocco nach der Pest im Jahre 1577 hinzugebaut.
Die Statue des Hl. Rocco steht in dem gleichnamigen Altarbild und
wird nur im August am Tag des Hl. Rocco enthüllt.
DER INNENRAUM
Der Altar des Hl. Gennaro birgt ein Gemälde
des Bologneser Malers Cacetti.
In der gegenüberliegenden Nische befindet sich ein Bild von
Anna Baldissera mit den Heiligen Borromeo, Giovita und Faustino.
Das Altarbild des Hl. Rocco setzt aus Teilen aus verschiedenen Epochen
zusammen.
Das Gemälde mit der Unbefleckten Jungfrau Maria stammt von
Clemente Bordiga, einem Maler aus Bagolino aus dem 17. Jh.
Interessant ist die Sicht auf das Dorf zwischen den Heiligen Rocco
und Franziskus.
Das Martyrium des Hl. Stefan stammt von Itaglaini.
Die Statue des Heiligen Antonio Abate geht auf das 15. Jh. zurück
und stammt aus der Werkstatt der Zamaras.
DIE FRESKEN VON G. PIETRO DA CEMMO
(von Prof. Ginevra Zanetti)
In
der Kirche San Rocco sollte man nicht zu schnell zum nächsten
Gemälde weitergehen. Stattdessen sollte man sich aus der Kirchenmitte
einen architektonischen und malerischen Gesamteindruck verschaffen.
Man wird dabei einige Überraschungen erleben.
Nur so kann man den eindrucksvollen, spektakulären gotischen
Bau aus dem 15. Jh. entdecken, der dem offenen Vorhang auf einem
unendlichen Bühnenbild gleicht. Auf dieser Bühne sind
genial und in logischem Zusammenhang die beiden wichtigsten Ereignisse
dargestellt, durch die sich die Erlösung der Menschheit erfüllte:
"Die Verkündigung und die Kreuzigung".
Rechts des Eingangsbogens ist die Jungfrau Maria bei der Verkündigung
dargestellt (Mater Dei). Links des Eingangsbogens ist der Verkündiger
Gabriel (Procurator Dei) abgebildet. In der Figur der heiligen Jungfrau
werden Reminiszenzen an Pollaiolo, Piero della Francesca sowie Filippo
Lippi deutlich, erstaunlich auch der Einfluss von Sandro Botticelli
bei der Darstellung des Engels.
Oberhalb des Eingangsbogens erkennt man nochmals die Hauptfigur
der Erlösung der Menschheit, den Ewigen Vater.
Darunter und nur teilweise sichtbar Figuren von Engeln und Propheten.
Nachdem der Maler-Theologe das Mysterium der Menschwerdung und der
Menschenerlösung geschaffen hatte, malte er herrliche Sibyllen.
Dabei lies er sich vermutlich von den Bildnissen prominenter Damen
aus italienischen Fürstenfamilien seiner Zeit inspirieren.
Durch diese Prophetinnen der heidnischen Welt wollte Da Cemmo den
Gläubigen die Universalität der Erwartung auf den erlösenden
Messias nahe bringen.
In den vier Gewölben heben sich vom hellblauen, besternten
und von Engeln gesäumten Hintergrund die hieratischen Figuren
der vier Evangelisten ab. In ihren Federbüschen sind deren
jeweilige Symbole abgebildet sowie die vier Kirchenlehrer: Den Hl.
Hieronymus, den Hl. Ambrosius, den Hl. Augustinus und den Hl. Gregorius
Magnus.
Die Evangelisten bilden, als Zeugen des Neuen Testaments, eine ideale
Verbindung zwischen der Verkündigung (Prolog des Mysteriums)
und der großartigen Kreuzigungsszene. Diese erstreckt sich
über die gesamte Rückwand. Da Cemmo sieht dabei in der
Erlösung das zentrale Ereignis in der Geschichte der Menschheit.
Vor dem Hintergrund des Kalvarienbergs hat sich eine gewaltige Menschenmenge
versammelt. In ihrem Aussehen und in ihrer Haltung sind diese Menschen
alle verschieden und vermitteln doch einen einheitlichen Gesamteindruck.
Diese Darstellung soll symbolisieren, dass aus dem Opfer der Kreuzigung
der mystische Leib der Kirche entstanden ist, in der jeder Mensch
seine eigene Individualität beibehält. Masaccio's Einfluss
zeigt sich in einigen Figuren. Bei den Pferden ist eine Ähnlichkeit
mit denen von Paolo Uccello und von Andrea Castagno erkennbar.
In den Seitenwänden sind die Hauptereignisse im Leben des Hl.
Rocco und des Hl. Sebastian dargestellt.
Diese eindrucksvolle Malerei blieb fast drei Jahrhunderte lang durch
die unglückliche Aufstellung großer, auffälliger,
aber nicht sehr wertvollen Gemälden verborgen. Erst die kompetente
Renovierung durch Prof. Ottemi Dalla Rotta zwischen 1956 und 1958
hat diesen Werken zur Geltung verholfen.
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Das
Kirchlein der Adamino
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Die kleine
Kirche der Familie Adamino liegt bereits außerhalb des Dorfes,
zwischen dem Friedhof und der San Rocco Kirche . Es wurde 1614 von
Gianfranco Dagani mit Zuschüssen der Gemeinde erbaut. Die kleine
Kirche ist der Madonna della Neve (Schnee-Madonna) gewidmet, heißt
aber Kirche der Adamino, weil sie auf deren Grundeigentum gebaut wurde.
Der Glockenturm, die Sakristei, das Vestibül und der Chor wurden
nachträglich zwischen 1670 und 1680 hinzugebaut. Die Fassade
wirkt in ihrer ausgewogenen Proportion von Kirchenschiff und Glockenturm
sehr elegant, und repräsentiert eine typische Architektur des
17. Jahrhunderts. Über den Tür- und Fensterräumen sind
drei Nischen angebracht. Diese Nischen bilden, im Zusammenwirken mit
dem darüberliegenden Doppelbogen-Fenster ein Licht- und Schattenspiel.
Das Vestibül trägt mit zwei schönen, weißen Säulen
den Chor und verleiht der einschiffigen Kirche ein Gefühl von
Bewegung. Die Altarstufen sind aus kristallinem, weißem Marmor,
die umgearbeitet wurden und wahrscheinlich aus einem Portal stammen.
Der Altarbildrahmen ist einfach und dennoch interessant. Das Kyma
enthält eine Büste des Ewigen Vaters als Relief . Das Kyma
war früher Rahmen eines Altarbildes, das 1972 wegen seiner Beschädigungen
entfernt wurde. Dabei wurde unter dem Altarbild der Fresko mit der
Madonna und dem Hl. Johannes d. Täufers entdeckt. Dieser Fresko
ist nicht weiter interessant, aber er überdeckt einen weiteren
Fresko, der nur teilweise erkennbar in einem gotischen Bogen eingeschlossen
ist.
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Friedhof
von Bagolino
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Weiter
die Straße entlang erreicht man den Friedhof. Es handelt sich
um einen der ersten Friedhöfe, der nach dem Edikt von Napoleon
errichtet wurde. Die eindrucksvollen Familienkapellen in neugotischem
Stil blicken auf die Straße. Die einzige Kapelle aus Granit
ist nüchtern elegant gehalten. Der Friedhof besitzt zahlreiche
schmiedeiserne Kreuze. Ein deutlicher Hinweis auf die Eisenverarbeitung
in Bagolino.
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Die
San Gervasio und San Protasio Kirche
(Kirche der Heiligen Gervasio und Protasio)
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Die Kirche
steht auf dem gleichnamigen Fels mit Blick auf das Dorf, auf einer
Höhe von 956 m. In den Urkunden des Archivs wird die Kirche bereits
seit 1598 erwähnt. Der Anlage umfasst die Kirche, die Wohnung
des Eremiten (hier steht Zisterne, in der, so die Legende, die Kinder
geboren wurden), den Glockenturm und einen weiteren von Pilgern benutzten
Bau.
Die Kirche besitzt eine Giebelfassade. Der Innenraum besteht aus zwei
deutlich getrennten Teilen: Der erste Teil ist breit und mit ungedeckten
Hängewerk, der zweite Teil ist mit Putz und Fresken verziert
und dient als Presbyterium. Im Jahre 1653 wurde die Kirche ausgebaut
und mit Fresken und Marmor verziert. Ein Marmorbogen mit Sternen und
Blumen als Relief rahmt den Eingang der Kirche. Die Altarstufen sind
ebenfalls aus Marmor. Das Altarbild ist eine Kopie der Madonna mit
den Heiligen Gervasio und Protasio von Giovanbattista Motella. Das
Bild stellt das Dorf mit all seinen Einzelheiten dar: Den Turm des
ehemaligen Rathauses im Stadtviertel Cavril, die Kirche, die die kleine
Ortschaft überragt und rechts das Stadtviertel Visnà.
Das Original des Bildes befindet sich im Altenheim Sankt Josef. Der
Rahmen ist sachlich, dennoch elegant. Leider wurde der mittlere Teil
des Tympanons entwendet. Die Fresken in den Lünetten der Presbyteriumswand
schildern die Heiligen Gervasio und Protasio, die bei dem schlafenden
Hl. Ambrosius wachen, das Martyrium des Hl. Protasio und des Hl. Gervasio
sowie die Verehrung der beiden Heiligen. Der Zustand der Fresken ist
gut und die Farben sind sonderbar lebhaft.
Trotz der Unproportion einiger Figuren, sind die Gesichter, insbesondere
die der grausamen Folterknechte, realistisch und erinnern an die von
Esine und von Romanino.
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Die
San Giacomo Kirche(Sankt Jakob Kirche)
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Die Kirche
steht vor Ponte Caffaro, auf dem rechten Ufer des Idro Sees.
Ihre Existenz ist bereits seit dem 9. Jh. bekannt, als diese Kirche
den Benediktinern des Klosters S. Pietro in Monte unterstellt war.
Die Mönche halfen den Einwohnern des Ortes, das sumpfige Pian
d'Oneda trockenzulegen und urbar zu machen. Die Kirche ist dem Hl.
Jakob gewidmet, dem Schutzheiligen der Pilger. In der Nähe der
Kirche stand eine Herberge für durchreisende Personen. Das ursprüngliche
Gebäude wurde im Laufe der Jahrhunderte umgebaut: Eine mit Fresken
bemalte Vorhalle kam hinzu, Apsis und Fenster erhielten ein für
das 17. Jh. typisches Aussehen. Das Kirchenschiff selbst blieb hingegen
nahezu unverändert: Der Dachstuhl wird von zwei einfachen, großen
Spitzbögen getragen. Die Giebelfassade ist in drei Bögen
gegliedert. Der mittlere Bogen ist begehbar. Über den äußeren
Bögen liegen rechteckige Fenster, so dass die Kirchenfassade
der eines Wohnhauses ähnelt. Die Wandpfeiler und ein Teil der
Fassade zeigen Reste von Fresken. Der Innenraum ist einfach und strahlt
die Strenge der Franziskaner aus. Das durch die Fenster reichlich
flutende Licht betont die einfache Schönheit des Dachstuhls.
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