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DIE GESCHICHTE - Der historische Entwicklung

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Die Hinweise zur Geschichte, Wirtschaft und Geographie stammen aus dem Buch
von Luciarosa Melzani "Bagolino Storia di una comunitš", herausgegeben durch da GM & Ti di Ciliverghe (BS).

Einfhrung
Mit Ende der Eiszeit und dem ®¢bergang zu einen gem”©∫igtem Klima breiten sich Nadel-, Birken- und Eichenw”lder in den T”lern aus und die Fauna nimmt ihre heute Form an. Die Umweltbedingungen verbessern sich soweit, dass der Mensch die Gegend besiedelt und mit Sammeln und Jagd ¸berleben kann. Die Lebensweise als Sammler und J”ger wird bis 5000 - 3000 v. Chr. beibehalten. Die Sammlung von wilden Getreidearten wird dann allm”hlich durch deren Anbau abgel–st. Bisherige Wildtiere werden domestiziert. In Italien, speziell im Alpenraum verl”uft dieser Kulturumbruch etwas sp”ter als in anderen Gegenden. In unserer Provinz finden sich menschliche Spuren ab dem Pal”olithikum. Die Bestimmung der Herkunft der damaligen Menschen des Gebietes um Bagolino f”llt schwer, es fehlen Quellen und Funde. Vermutlich steht die damalige Bev–lkerung in Zusammenhang mit einer pr”historischen Kultur im benachbarten Valle Camonica.

8.000 - 6.000 v. Chr.
Menschliche Zeugnisse wurden in der Nähe der Seen Ravenole und Dasdana gefunden. Funde am nördlichen Ufer des Dasdana Sees: Artefakte aus Stein z.B. abgeschlagene Kiesel.
Bei den kleinen Seen von Bruffione: Einen winzigen Grabstichel und vier Kieselsteine aus dem Neolithikum.
Bei den Seen von Vaia: Zwei Kieselsplitter.

6.000 - 5.000 v. Chr.
Die Ritzzeichnungen im Valcamonica fallen in diese Zeit und stellen Tiere dar. Es lässt sich bisher nicht feststellen, ob sich der Mensch schon im Valle Camonica angesiedelt hat oder ob er nur gelegentlich hierher zum Jagen kam.

5.000 - 3.000 v. Chr.
Die gefundenen Ritzzeichnungen belegen die ständige Präsenz des Menschen und die einsetzende Landwirtschaft.
Wahrscheinlich waren die damaligen Menschen aus dem Orient oder Nordafrika eingewandert und brachten von dort landwirtschaftliche Technik mit. Klimaveränderungen in den Herkunftsgebieten mag den Migrationsdruck begünstigt haben. Die beginnende Landwirtschaft verändert die bisher nomadische Lebensform der alpinen Völker, die sich nun fest niederlassen.

3.000 - 2.000 v. Chr. (Kupferzeit, Goldenes Zeitalter, Silberzeit)
Die Felsgravuren stellen neben Menschen, auch konkrete und abstrakte Gegenstände dar.
Im zweiten Jahrtausend v. Chr. wandern in unsere Provinz einige ligurische Volksstämme, die Räter bzw. Euganei ein.

22.000 - 1.000 v. Chr. (Bronzezeit)
Die Felszeichnungen zeigen Szenen mit Männern bei landwirtschaftlichen Arbeiten und im Kampf. Man findet auch Darstellungen von bestellten und eingezäunten Feldern. Die Gegend um Brescia ist von den geheimnisumwitterten Etruskern besetzt. Nach einigen Forschern sind die Etrusker aus Kleinasien eingewandert. Die Ethnie der Provinz Brescia wird somit in größerem Maße heterogen.

300 - 100 v. Chr. (Eisenzeit)
Die Felsgravuren werden zunehmend komplexer. Mit Beginn der Kolonialisierung Italiens durch Griechen und Römer beginnt der langsame Zerfall der Kultur des Valcamonica und endet mit der Unterwerfung dieses Volkes durch Rom.

Die R–mer erobern die Brescianer Gebiete. Im Jahre 170 v. Chr
Ungefähr 170 v. Chr. erreichen die Römer auch die Brescianer Gebiete und unterwerfen die Kelten, die vermutlichen Gründer von Brescia und seit etwa 360 v. Chr. Herrscher über dieses Gebiet. Diese hatten nahezu die gesamte Brescianer Bevölkerung besiegt, als einige Volksstämme unter der Führung von Reto Widerstand leisten. Diese schwächeren Volksstämme müssen sich in die Alpen zurückziehen, die heute nach ihnen Rätische Alpen genannt werden. Dort vermischten sie sich schließlich mit der bereits ansässigen Bevölkerung unserer Berge. Einige Jahrzehnte später, etwa im Jahre 89 v. Chr., besiegeln die verbliebenen Kelten ihre Anpassung an die römischen Eroberer und nehmen die römische Staatsbürgerschaft an. Allerdings bleiben in den Brescianer Bergen einige Bevölkerungsgruppen, wie die Camuni (also die Bewohner des Val Camonica), die Triumplini und die Vennoni (die Bewohner des Val Sabbia), ihren bisherigen Traditionen treu und wollen sich der römischen Herrschaft nicht unterwerfen. Tapfer und beharrlich verteidigen die Bergbewohner ihre Täler bis sie nach jahrelangen harten Kämpfen, sich den Generälen Livius Drusus und Tiberius beugen müssen, die vom Kaiser mit der Eroberung der Brescianer Täler beauftragt wurden. Obgleich Sieger, respektieren die Römer die alpinen Stämme und gravieren deren Namen in die Siegessäule von Turbia bei München ein, die zu Ehren des Kaisers Augustus errichtet wurde. Diese Siegessäule trägt die Namen der 44 besiegten Völker. Unter ihnen werden die Triumplini und die Camuni aufgezählt, jedoch nicht die Sabini. Rossi gibt dazu folgende Erklärung:" ... Einst war das Valtrompia mit dem Val di Sabbia verbunden. Die Bevölkerung beider Täler werden von Plinius und von Sigonio Vennoni erwähnt ... " Man nimmt daher an, dass die Bezeichnung Triumplino auch den Namen Sabini bzw. Vennoní (oder Venij) mit einschließt.

Bagolino römischer Pago?
Vermutlich geriet mit der Eroberung der Gegend auch Bagolino unter römische Herrschaft. Folgende Indizien stützen diese Vermutung: Der Fund einer römischen Statuette im 19. Jh. In seinem Manuskript berichtet Panelli, ein hiesiger Historiker des 19. Jahrhunderts, vom Fund des kostbaren Zimeliums durch einen gewissen Lorenzi. Lorenzi wollte auf dem Dos dei Balbane, bei Ponte Caffaro, einen Stand für Vogelfänger bauen und hatte gerade eine Grube ausgehoben, als " .. er einen wunderschönen Kopf aus Metall fand. Es handelte sich um eine wundervolle Arbeit. Der Kopf trug einen Helm und auf dem Helm befand sich eine Sphinx ...", so Panelli. Die Antiquare jener Zeit erkannten in dieser "Statuette" die Züge der von den Römern geehrten Göttin Minerva. Einige Ausdrücke des hiesigen Dialekts, die auf den römische Stamm hindeuten, sind: - Lèré (Dachboden): Er wurde so bezeichnet, weil dort mit dem Beginn des Christentums die Bilder der antiken Hausgottheiten, also der römischen Lari, abgestellt und vergessen wurden. - Glesiè-gesiè, alter Ausdruck für Kirche, der vom Lateinischen "ecclesia" stammt.

Christianisierung: 300 n. Chr.
Die Bewohner des Caffaro Tals beteten verschiedene Götter an, unter ihnen Tunol, Saturn, Tor, Bergino, den Gott Pane, dem sie die besten Lämmer opferten, die Göttin Cerere, der sie Früchte des Bodens schenkten, und den Gott Termine. Nach Überlieferung waren Termine die Berge geweiht. Dieser Gott beschützte auch das Eigentum an Grund und Boden. Man erzählt sich, wie die ihm geopferten Opfertiere an großen Ringen gefesselt wurden. Diese Ringe waren an hohen Felsen befestigt. Nach diesen Erzählungen wurde einer dieser Ringe bei dem Berga (Caldoline Gipfel) gefunden. Reminiszenzen an diese Zeit finden sich heute noch in einigen Ortsbezeichnungen wie via Pagana (Heiden Weg), orto dei Pagani (Gemüsegarten der Heiden) in Bagolino und Rocca pagana (heidnischer Fels) in Storo. Die antiken Rituale, die an diesen Orten zu Ehre der Götter zelebriert wurden, dürften im Laufe der Zeit zu Verwechslungen mit Teufelsverehrung und Hexereien geführt haben. Mittlerweile verbreitet sich das Christentum. Einer der ersten Prediger, die nach Bagolino kamen, war der Hl. Vigilio , Bischof von Trient. Papst Damaso schickte ihn zur Mission in die Brescianer Gegend. Der Hl. Vigil starb am 26. Juni 403 im Rendena Tal den Märtyrertod. Mit der allmählichen Etablierung ihrer Macht im niedergehenden römischen Reich gestaltet die christliche Kirche die bisherigen Gebräuche um. Wie Di Rosa formuliert, akzeptiert Kaiser Konstantin das Christentum als "demokratischen Verbündeten im Machtkampf gegen die römische Aristokratie. Dabei wurden die Einrichtungen der polytheistischen Tempel zu Gunsten der Bischöfe und der Pfarrkirchen beschlagnahmt." Die alten römischen Bauernbezirke werden zu Pfarrbezirken, Pfarrkirchen und Landesbezirken als Administrationsstrukturen mit eigener Gerichtsbarkeit. Die Gemeindeverwaltungen werden zu Diözesen. Der christliche Gott und die Heiligen ersetzen somit die in den Tälern angebeteten primitiven Gottheiten und übernehmen deren Rolle als Schutzgottheiten.

Bagolino wird den Giudicarie angeschlossen, 600
Die große Gemeindeverwaltung des römischen Brescia erweitert in dieser Zeit ihren Einfluss bis hin zu den Gemeinden Arco und Riva und umfasste somit auch das Tal des Caffaro und des Sarca mit der Volksgruppe von Fabia. Mit dem Einfall der Langobarden verliert die Gemeindeverwaltung von Brescia wieder einen Teil seiner Gebiete, darunter auch Bagolino. Aus strategischem Interesse, etwa zum Schutz der Grenzen und zur Verteidigung, erobern die Langobarden diese Gebiete, gliedern sie in das Trentiner Herzogtum ein und erweitern somit ihr Herrschaftsgebiet. Bagolino gehört somit der Pfarrei von Condino (Pieve di Condino) an, einer der sieben Pfarreien, die zum Trentiner Grenzgebiet gehören (Giudicarie). Diese Pfarrei stand zunächst unter der Gerichtsbarkeit des Trentiner Herzogtums. Infolge der Schenkung des Herzogtums an die Bischöfe von Trient durch die Langobarden, gerät die Pfarrei in den Machtbereich der Bischöfe, die den Titel "Fürstbischof" erwerben.

Der Ursprung von Ponte Caffaro:
Die Benediktinermönche beginnen mit der Urbarmachung der Pian d'Oneda:
1000 und darauffolgende Jahre

Die ersten schriftlichen Urkunden über Bagolino gehen auf das Jahre 1000 n. Chr. zurück. Sie berichten von einem Gebiet namens Pian d'Oneda bei Ponte Caffaro, das südlich von Bagolino liegt. Es handelt sich um das sumpfige und ungesund-feuchte Mündungsgebiet des Flusses Caffaro in den Idro See, das später dem Ortsgebiet Bagolinos angehören wird. Ungefähr um 1100 (es gibt verschiedene Versionen über den Verlauf) wurden offenbar diese Gebiete von fränkischen bzw. langobardischen Königen dem Kloster S. Pietro in Monte di Serle geschenkt. Die langobardischen Könige bestärkten das Christentum. Die Mönche erhielten die Aufgabe zur Urbarmachung des Gebietes und dort eine Herberge für die zahlreichen Wanderer zu errichten. Auch die Bagossi (also die Einwohner von Bagolino) mussten den Pian d'Oneda passieren. Vor dem Bau der Brücke in Prada führte die einzige Verbindung nach Brescia über die Brücke von Romanterra, andernfalls nur über den Maniva-Pass. Man fuhr das rechte Ufer des Caffaro entlang bis zur Straßengabelung der Armadure. Von hier kam man über eine Straße, die sog. "Bagozzina", nach Pian d'Oneda. Nach einer anderen Geschichtsversion wurden diese Gebiete den Bewohnern der Dörfer Storo, Darzo, Lodrone, Bovile und Villa di Ponte den Benediktinern anvertraut. Diese alten Dörfer verschwanden infolge von Überschwemmungen. Um das Jahr 1000 hätten die Dorfbewohner die Mönche mit der Urbarmachung des gesamten Piano d'Oneda beauftragt. Die Mönche sollten auch eine Herberge und eine Kirche zur Ehre des Hl. Giacomo errichten. Als Nachweis dieser Version zitiert Panelli einen von ihm gefundenen Brief von G. Bonardelli vom 20. März 1579 an den Pfarrer Manzoni, in dem von diesem Auftrag die Rede ist. Die einzige Fundstelle zu dieser Aufforderung zur Urbanisierung ungefähr um das Jahre 1000, wurde von Panelli in seine Handschrift abgeschrieben. Sie lautet: "... rogamus vos domine Pater Abbas de Monte, ut veniatis in locus nostri de casalis et ibi edificetis ecclesia et Monasterum in onore sti Jacopi apostoli Majori, et ibi permaneatis laborando in honore Dei... "
"... rogamus vos domine Pater Abbas de Monte, ut veniatis in locus nostri de casalis et ibi edificetis ecclesia et Monasterum in onore sti Jacopi apostoli Majori, et ibi permaneatis laborando in honore Dei... ". Nach einer anderen Quelle übernahmen die Mönche erst um 1213 das Gebiet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde die gesamte Ebene einem gewissen Petro de Tosino sowie anderen Leuten aus Anfo gegen eine Gebühr von 8 silbernen Pfunden der Mailänder Währung (Odorici) vermietet. Tatsächlich beginnen die Benediktiner die Urbarmachung mit dem Anpflanzung großer Erlenplantagen. Aus dem lateinischen Wort ones für Erle leitet sich der Name Pian d'Oneda ab. Die Benediktinermönche errichten auch eine Kirche, die dem Hl. Giacomo, dem Schutzheiligen der Pilger, geweiht wird. Sie bauen ebenfalls eine Herberge("Xenodochio"), wo die vielen durchreisenden Wanderer kostenlose Unterkunft und Verpflegung finden. Die Bauern, die den Mönchen bei der Sanierung des Piano helfen, leben in kleinen Bauernhöfen neben der Kirche, den sog. caselle.

Bagolino als Lehen der Fürstbischöfe von Trient
Während Bagolino dem Fürstentum von Trient angehört und dessen Gerichtsbarkeit untersteht, wechseln in diesen Jahrhunderten die herrschenden Kaisergeschlechter: Franken, die deutschen Kaiser etc.
Mit de "constitutio de feudis" des Salier-Kaisers Konrad im Jahre 1027 beginnt auch die "feudale Regierung" der Kaiser. Diese "Verfassung" regelt die Investituren der Lehensgüter. Es hatte sich bei den Herrschaftsträgern (Könige, Adlige) die Sitte eingebürgert, Teile ihrer Territorien ihnen wohlgesonnenen Geistlichen und Laien "als Lehen" zu überlassen.

Der Machtkampf zwischen Guelfen und Ghibellinen
Italien ist inzwischen von den internen Auseinandersetzungen zwischen Guelfen und Ghibellinen zerrissen.
Auch Bagolino kann sich aus diesen Kämpfen nicht heraushalten. Seit längerer Zeit hat sich Bagolino in bürgerlichen Fragen Brescia angeschlossen, obwohl das Dorf der kirchlichen Verwaltung der Pfarrei von Condino unterliegt. Bagolino erhebt sich also gegen die ghibellinischen Bischöfe von Trient.
Aber die Gemeinschaft von Bagolino verkalkuliert sich. In diesen kriegerischen Zeiten tritt Brescia in einen Grenzkrieg gegen Cremona und Bergamo ein. Das kriegsmüde Bagolino unterwirft sich 1192 schließlich freiwillig den Fürstbischöfen von Trient.
Um 1200 wird das Dorf zuerst an das Geschlecht der Arcos verschenkt. Das Geschlecht der Arco ist die mächtigste Familie des Fürstentums von Trient, dessen Besitz an das Territorium der Lodron angrenzt. Ungefähr 1212 wurde Bagolino an die Metifoco von Breno und der Brescianer Familie De Salis verschenkt.
Kaum ist in Italien der Hass zwischen Guelfen und Ghibellinen erneut entflammt, bereut Bagolino, sich Trient unterworfen zu haben, befürwortet die guelfische Sache und schließt sich endgültig Brescia an.

Bagolino und die Herren von Lodron
Die Urkunde (Nr. 105 S. 224-225) aus dem "Codex Wangianus" belegt, dass im 13. Jh. (1212) das Gebiet um Bagolino noch einer wichtigen Brescianer Familie zugeteilt ist, obwohl es dem Herrschaftsbereich der Fürsten von Trient unterworfen ist.
Später, offiziell erst 1366, tritt in die Geschichte Bagolinos und seiner Nachbardörfern das mächtige Geschlecht der Londron ein. Die Lodron sind Vasallen der Fürstbischöfe von Trient und verteidigen nachdrücklich die südlichen Gebiete der Fürstbischöfe. Dafür beansprucht das Geschlecht über Jahrhunderte feudale Rechte auf das Land. Wer sind nun diese Herren von Lodron? Wie und wann kamen sie in den Besitz von Bagolino?
Die Vorfahren der Lodroni gehören wahrscheinlich zu den 13 Männern aus Storo, die Ausserer als eine Art Landadelige beschreibt und der "nobilis macinata Sancti Virgili", also dem adeligen Hof des Trentiner Bischofs, angehörten. Diese Leute sind bereits Vasallen der Fürsten und besitzen eigene Ländereien (Allod). Am 24. August 1189 überlässt ihnen der Bischof Corrado von Trient als Schenkung das Schloss, die Kurie (ein mittelalterliches Organ mit administrativen Funktionen) sowie das alte Lehensgut von Lodrone (das sie übrigens bereits zuvor vom Geschlecht Lodrone zusammen mit dem Geschlecht aus Storo erworben hatten). Diese Güter werden danach unter ihnen aufgeteilt, wie eine Urkunde aus dem Codex Wangianus S. 89-92 bezeugt.
Der formale Stammvater des Geschlechtes der Lodroni ist Paride, auch Parisio genannt (1217). Wir interessieren uns aber für den Zweig der Lodroni aus Castel Romano, der aus Albrigino stammt.
Der Zweig aus Castel Romano erhält, 1366 urkundlich belegt im Codex Clesiano Il S. 45-45 bis, vom Bischof A. von Ortenburg die Investitur der Vasallen und die Zehnten von Bagolino. Außerdem erhält diese Familie die Investitur eines Teils der Kurie und des Schlosses von Lodrone zu ihrer Verfügung.
Vor diesem Zeitpunkt ist unklar, wie und wann Bagolino dem Herrschaftsgebiet der Brescianer Familie De Salis entzogen und dem des Geschlechts der Lodron zugeschlagen wurde. Wahrscheinlich könnte eine intensive Recherche in den Archiven eine Antwort auf diese Frage liefern. Bis dieses Rätsel aufgeklärt wird, steht fest, dass ab 1350-1370 die Herren von Lodron die herrschende Familie sind.
Ab diesem Zeitpunkt tritt das Geschlecht der Lodroni dominant in die Ereignissen von Bagolino ein. Die Lodroni können sich so nachhaltig am Fürstenhof von Trient durchsetzen, dass sie zur bestimmenden Kraft der unteren Giudicarie werden.
Nach dem Aussterben des Zweiges von Castel Romano und nach einer wechselhaften Geschichte, erhalten die Lodron erneut die Zehnten von Bagolino und weitere Besitztümer von Castel Romano von Antonio und Paride (Beiname der "Große" innerhalb des Zweiges von Castel Lodron)(Urkunde von 1424 aus dem Codex Clesiano IV). Giorgio, der Stammvater der Grafen von Lodron, und Pietro, ein Vorfahre der Grafen von Lodron von Castelnuovo im Val Lagarina (dieser Zweig ist heute ausgestorben) waren ebenso wie ihr Vater Paride tüchtige Kämpfer im Dienste der Serenissima. Giorgio und Pietro wurden 1452 vom Habsburger Kaiser Friedrich III per Urkunde zu Grafen ernannt.

Bagolino gelangt endgültig in Besitz des Piano d'Oneda - 1300 und darauffolgende Jahre
Die Benediktinermönche, die bereits seit Jahrzehnten an der Trockenlegung des Piano arbeiten, beschließen, dieses Gebiet zu verpachten. Als Motive für ihren Beschluss zählen u. a. das ungesunde Klima, der Rückgang an effektiven Gewinne und die zu große Entfernung von ihrem Kloster. Am 5. April 1355 wird der Piano d'Oneda auf sieben Jahre verpachtet. Dabei verpflichtet sich der Pächter, Wiesen und Häuser in einem guten Zustand zu erhalten. Die Dorfgemeinschaft von Bagolino, vertreten durch zwei Bürger, zahlt 12 Pfunde aus Silber in Brescianer Währung. Später, nämlich am 11. Februar 1451, wird der gesamte Piano endgültig der Dorfgemeinschaft von Bagolino verkauft. Die Kaufurkunde setzt der Notar S. Lorenzi auf. Die Mönche behalten lediglich die Kirche und sechs Ellen des umliegenden Grundes.

Die Grafen von Lodrone beanspruchen den Pian d'Oneda..
Mit seinem Verkauf gehört der Piano d'Oneda zum Gebiet von Bagolino.
Die Grafen von Lodrone, die bereits die Gebiete nördlich des Flusses Caffaro besitzen, beanspruchen nun auch den Piano d'Oneda. Mit der Behauptung, dass der Fluss ursprünglich am Fuße des Berges Castegnuda floss und somit zu ihrem Gebiet gehörte, versuchen sie den attraktiven Piano d'Oneda zu besetzen.
Um seiner Argumentation Nachdruck zu verleihen, lässt Albrigino von Lodron den Lauf des Caffaro nach Süden, direkter zum See umleiten (1357). Er lässt den Hochwasserschutz abbauen, den die Bagossi aufgebaut hatten. Die somit dem Dorf beigebrachten Schäden sind sehr groß. Das Gewässer des Caffaro überflutet über 800 jugeri des bereits trockengelegten Grundes (Ein jugero war 240 Füße lang und 220 Füße breit. Insgesamt verlieren die Bagossi 34560 Hektar ihres Gebietes.)
Der willkürliche, arrogante Machtdemonstration der Herren von Lodron bedeutet für die Gemeinde den Beginn von langwierigen und schwierigen Auseinandersetzungen. Im Staatsarchiv von Brescia liegen die "Papiere" über den Streit um den Piano d'Oneda kiloweise.
Um die Bedeutung des Piano zu verstehen, muss man berücksichtigen, dass der lokale Konflikt zwischen Bagolino und den Grafen von Lodrone auch ein übergeordneter Grenzkonflikt war: Der Fluss Caffaro bildete die Grenze zwischen dem Brescianer Gebiet und dem Fürstentum von Trient.
Um in den Besitz des Piano zu kommen, war den Lodroni jedes Mittel recht. Als um 1387 der Mailänder Barnabò Visconti, ein Ghibelline, das Brescianer Gebiet eroberte, suchte das Geschlecht der Lodroni dessen Gunst und intrigierte gegen das mit den Guelfen verbündete Bagolino.
Mit Hilfe der politisch einflussreichen Gattin von Visconti, Regina Della Scala, gewinnen die Bagossi diese Phase der Auseinandersetzung. Schließlich kann das Dorf unter Bezahlung beachtlicher Geldsummen seine Autonomie behalten.
Als die Mailänder Machthaberin durch Bagolino die Ernsthaftigkeit der Auseinandersetzung begreift, befürchtet sie Übergriffe der Herren von Lodrone auch in ihre Gebiete. Sie ordnet deshalb über den Podestà (Bürgemeister) von Brescia den Bau einer Festung auf dem Caffaro an (1384). Regina Della Scala stirbt aber noch im selben Jahr und die Bauarbeiten kommen deshalb nicht in Gang. 1486 lässt die Republik Venedig die Festung errichten, jedoch nicht nördlich des Baches Riperone am Caffaro, wie die Herrin von Mailand geplant hatte, sondern in der Ortschaft Rocca d'Anfo.

Die Zeit der Signorien
Das Geschlecht der Visconti erobert die Stadt Brescia und deren Gebiete. Die Herrschaft der Visconti dauert bis zum Jahre 1404. In diesem Jahr übernimmt der Ghibelline Pandolfo Malatesta die Macht an Stelle der Visconti.
Um die Gunst unserer Talbewohner zu gewinnen, gewährt Pandolfo Malatesta den Tälern gewisse Privilegien. Diese Privilegien gewährt er aber auch aufgrund der Verdienste von Galvano da Nozza, dem Verteidiger des Valle Sabbia, und Pietro Avogadro, dem Verteidiger des Valle Trompia. Beide Männer kämpften zuvor auf der Seite Pandolfos. Auch die Bagossi haben sich auf die Seite von Galvano da Nozza gestellt.
Diese Privilegien bedeuten praktisch eine größere Freiheit und Autonomie für unsere Täler.
Einige Jahre später erobern die Visconti die Brescianer Gebiete verlustreich zurück. Teile ihrer Truppen werden von Carmagnola geführt. Die Talbewohner verteidigen ihre Täler unter der Führung von Galvano da Nozza und Pietro Avogadro.
Als der Mailänder Filippo Maria Visconti für Brescia und die Täler vorteilhafte Regelungen von Malatesta streicht, wächst der Vorbehalt gegen die Visconti-Herrschaft. Die Brescianer verständigen sich mit der Republik Venedig, die Gegenspieler der Visconti ist. Mit Hilfe der venezianischen Truppen, wieder unter Führung Carmagnolas, der inzwischen in Venedigs Diensten steht, vertreiben Brescia und die Täler die Visconti.

Bagolino gerät unter die Herrschaft der Republik Venedig 1440 und darauffolgende Jah
Bagolino hatte an der Seite von Galvano da Nozza gekämpft. Nach dem Friedensvertrag von Ferrara von 1443, bei dem die Visconti das Brescianer Gebiet Venedig zuerkennen, steht Bagolino unter venezianischer Herrschaft.
Die Republik Venedig erkennt die Hilfe der Talbewohner an und stellt die Privilegien von Malatesta wieder her. Sie teilt die Provinz Brescia in Bezirke. Bagolino gehört zum Bezirk des Valle Sabbia.
Als 1438 die Serenissima erneut den Visconti den Krieg erklärt, erkennt der Graf Paride von Lodrone seine persönlichen und wirtschaftlichen Chancen und schließt sich der Republik Venedig an. Bis dahin waren die Lodroni mit den Visconti verbündet.
Der Graf Paride kämpft erfolgreich an der Seite der Serenissima, zuerst in Valcamonica, dann 1439 in Val di Ledro (Ledro Tal). Nach seinem Tode noch im selben Jahr heben sich seine beiden Söhne Giorgio und Pietro im Kampf von Lodrone heraus.

Die Grafen von Lodrone erlangen ihre Herrschaft über Bagolino wieder 1441 und darauffolgende Jahre
Obwohl viele Bagossi zugunsten der Republik Venedig gekämpft hatten, belohnt der Doge F. Foscari seine hilfreichen Verbündeten Lodroni mit dem Lehen von Muslone, der Grafschaft von Cimbergo, dem Pass von Baremone und dem attraktiven Gebiet von Bagolino. (Der Doge erfüllt damit die Erwartungen der Grafen).
Die Serenissima behält sich aber die volle Souveränität über das Dorf vor und somit auch das Anrecht auf eine Rückgabe des Lehensgutes.
Am 1. Oktober 1441, bei einer öffentlichen Versammlung auf einem kleinen Platz nahe des Friedhofs, versprechen die Herren von Lodrone der Gemeinschaft von Bagolino die Freiheit der Bräuche, zur Festlegung ihrer Statuten, die Befreiung von Sondersteuern und die politische Autonomie des Dorfes. Als Gegenleistung werden die Bagossi mit einer Pauschalsteuer an die Lodroni belastet.
Die Herren von Lodron halten aber ihren Teil der Absprache nicht ein, fordern Schutzgelder und versuchen erneut, sich des Piano d'Oneda zu bemächtigen.
Nach einer unsicheren Überlieferung errichten die Lodroni über dem Dorf ein Schloss, von dem aus sie kleine Ortschaft "nicht mit dem Gesetz der Vernunft, sondern mit dem Kommandostab (also gewaltsam)" regieren.
Vermutlich 1444 zerstören die Bagossi das Schloss. In den Ruinen der Burg fand man die berühmte Ikone der Madonna des Hl. Luca.
Aus dieser Zeit stammt auch die Quellennotiz über eine öffentliche Vergabe des Lehensgutes von Riccomassimo an einen gewissen Agostino Lombardo Franzoni aus Bagolino am 29. Januar 1442. Franzoni wurde damit für seine Treue zu den Lodroni belohnt.

Bagolino gerät wieder unter die Herrschaft der Republik Venedig 1472 und darauffolgende Jahre
BagossiDie Herren von Lodron werden inzwischen am 6. April 1452 per Urkunde mit dem Grafentitel geadelt. Da sie ihre Verpflichtungen gegenüber den Bagossi nicht einhalten, entscheidet der Doge Nicolò Tron zugunsten der Bagossi und hebt im Juli 1472 die Herrschaft den Lodroni über Bagolino auf. Die Bagossi gewinnen damit ihre Unabhängigkeit zurück.
Andererseits erhalten die Lodroni als Belohnung für deren Unterstützung Venedigs von der Republik das Valle di Vestino als Schenkung.

Die Deutschen fallen in Italien durch das Piano d'Oneda ein. 1509 und darauffolgende Jahre
Von 1509 bis 1517 beteiligt sich die Republik Venedig am Krieg gegen die Franzosen und Spanier und erleidet dabei mehrere Niederlagen.
Bagolino gerät in Folge zunächst unter französische, dann unter spanische Herrschaft
Während der spanischen Herrschaft wird Bagolino mit seiner Grenzlage zum Trentino von den deutschen Kräften bedroht. Alemannen fallen aus dem Trentino kommend zusammen mit den mit ihnen bereits verbündeten Lodroni ein und zwingen die Bagossi aus dem Piano d'Oneda heraus.
Die Deutschen dringen bis zu dem Rocca d'Anfo vor, wo sie zunächst von den nur vier Verteidigern aufgehalten werden:
von Giovanni Pezzarossi aus Bagolino, von einem gewissen Mabellino, einem gewissen Bucella aus Anfo und einem Tagino aus Idro.Diese vier tapferen Männer müssen kapitulieren und werden zum Tode durch den Strang verurteilt. Nur einem von ihnen, Tagino aus Idro, gelingt die Flucht.
Später werden die Deutschen wieder von den Franzosen vertrieben, die sich diesmal mit den Venezianern verbündetet hatten.
Bagolino kehrt 1517 unter die Herrschaft der Serenissima zurück.
Zwei Ereignisse aus diesen verwickelten Entwicklung möchten wir an dieser Stelle hervorheben: Freroso, der Führer der französichen-venezianischen Armee, plündert die Gebiete von Lodrone und Storo aus Rache an den Lodroni, die von den Bagossi 400 goldenen Dukaten erpresst hatten. Der zweite Vorfall betrifft einen Betrag von 60 Dukaten, die die Grafen von Bagolino als Gegenleistung für die Genehmigung der Feier in San Giacomo in Pian d'Oneda fordern. Die Bagossi zahlen nicht und die Grafen besetzen als Represalie San Giacomo und verletzen den Wirt und dessen Ehefrau. Die Bagossi informieren die venezianische Regierung über diese Vorfälle. Die Serenissima reagiert auf diese Gewalttaten mit einem Embargo gegen die Lodroni und verbietet "jede Art von Proviant von Ampho nach Lodron sowohl über See als auch über Berge zu transportieren." Diese Sanktion lässt die Grafen einlenken, die Venedig um Einigung und ein freundschaftliches Verhältnis bitten. Die Republik Venedig akzeptiert unter der Bedingung, dass die Lodroni "ruhige Verhältnisse in unserem Grenzgebiet garantieren".

Bagolino widersetzt sich den wiederholten Übergriffen der Grafen von Lodrone.
1540 und darauffolgende Jahre

Der tiefsitzende Hass gegen die Lodroni wegen der früheren und sich wiederholenden Übergriffe veranlassen die Bagossi zu einer blutigen Revolte (1554).
Einer der vielen Schikanen der Grafen trifft einige Kaufleute aus dem Dorf, Battista und Bese Benini sowie Vincenzo Gogella. Es geht dabei um eine finanzielle Angelegenheit.
Auf Einladung der Grafen besucht Gogella alleine (zwei weitere Kaufmänner weigern sich) das Schloss von Lodrone. Er erhofft ein klärendes Gespräch mit den Grafen. Stattdessen wird er im Schloss festgenommen.
Bereits drei Jahre zuvor brachten die Grafen einen Feldhüter um, der sie angezeigt hatte, weil diese einige Bäume in Oneda geschlagen hatten. Die Leidensfähigkeit die Bagossi im Juli 1544 erschöpft. Sie begeben sich nach Lodrone und fordern die Freilassung von Gogella.
Nach vergeblichen Verhandlungen reagieren die Grafen mit Hakenbüchsenschüssen. Der über Generationen angesammelte Hass lässt die Bagossi das Schloss stürmen. Die Grafen Achilles und Otto werden im Kampf getötet. Gogella wird in einem Backofen versteckt lebend aufgefunden. Die Bagossi nehmen den Grafen Hippolyt gefangen und nehmen ihn 12 Tage lang als Geisel, um allen im Trentino verstreuten Landsmännern die Rückkehr in ihr Dorf zu ermöglichen. Die Bagossi lassen danach den Graf Hippolyt an der Grenze zu Ponte Caffaro frei.
Im September 1555 bricht im Dorf ein Brand aus, der 129 Häuser und den neuen Hochofen vernichtet. Allerdings ohne sichere Beweise, wird dieses Unglück der Rache der Familie Lodrone zugeschrieben.

Bagolino zwischen Pest und Hungersnot: 1577 und darauffolgende Jahre
IInfolge der politischen Veränderungen im 16. Jh. wird Bagolino in zahlreiche Kriege hineingezogen. Zusätzlich lassen verheerende Seuchen (1347-1478 und 1577-1630) und die große Hungersnot das Dorf verarmen. Tausende von Menschen verlieren dabei ihr Leben.

Die Bauarbeiten der Pfarrkirche beginnen: 1624 und darauffolgende Jahre
Im Jahre 1624 gibt die Gemeinde Bagolino den Startschuss zum Wiederaufbau und Ausbau der Pfarrkirche Sankt Georg. Damit entsteht die größte Kirche in der Umgebung.
Vor den sehr hohen Belastungen und Kosten schrecken einige Bagossi zurück und schlagen eine alternative Nutzung der Geldmittel vor.
Trotz dieser skeptischen Partei wird die Kirche innerhalb von 12 Jahren fertig gebaut.

Die Grafen von Lodrone scheitern beim Versuch, das Dorf erneut in Ihre Gewalt zu bringen: 1670 und darauffolgende Jahre
Im Jahre 1624 gibt die Gemeinde Bagolino den Startschuss zum Wiederaufbau und Ausbau der Pfarrkirche Sankt Georg. Damit entsteht die größte Kirche in der Umgebung.
Vor den sehr hohen Belastungen und Kosten schrecken einige Bagossi zurück und schlagen eine alternative Nutzung der Geldmittel vor.
Trotz dieser skeptischen Partei wird die Kirche innerhalb von 12 Jahren fertig gebaut.
Im Jahre 1673 gelingt es den Grafen von Lodrone mit vielerlei Machenschaften, das Dorf zeitweise wieder unter ihre Kontrolle zu bringen. Mit Hilfe der Serenissima gewinnt Bagolino seine Unabhängigkeit aber alsbald wieder zurück.
Als Rache erreichen die Grafen immerhin per öffentlich in Lodrone verlesenem kaiserlichem Edikt die Verbannung aller Bagossi aus dem Trentino.

Das Abkommen von Rovereto: 1752 und darauffolgende Jahre
Mit der Ausweisung aus dem Trentiner Gebiet müssen die Bagossi die Grenze des Trentino unter Kontrolle von dreihundert bewaffneten Männern überschreiten. Die Grafen hatten den Fluss Caffaro wieder umgeleitet. Die Bagossi müssen deswegen mit einem Holzgerüst aus den Caffaro wieder in sein Flussbett zurückdrängen.
Erst am 31. August 1752 findet der Streit um den Besitz des Piano d'Oneda ein Ende.
Mit dem öffentlichen "Abkommen von Rovereto" zwischen der mittlerweile österreichischen Herrschaft im Namen der Kaiserin Maria Theresa und der Gemeinde Bagolino wird das Piano d'Oneda endgültig Bagolino zuerkannt. Die Gemeinde muss den Grafen "14.000 Gulden" zahlen.
Zur Abgrenzung des Piano werden vier Grenzsteine gesetzt:
Der erste Grenzstein bei den Holzgerüsten; der zweite Grenzstein am rechten Flussufer am oberen Ende des Dorfplatzes von Ponte Caffaro; der dritte Grenzstein in der Nähe des Chiese und der "Brücke der Deutschen" und der vierte Grenzstein auf dem linken Ufer des alten Flussbettes des Chiese.

Die Pfarrei von Bagolino wechselt zur Diözese von Brescia über: 1773 und darauffolgende Jahre
Mit dem Abkommen zwischen dem habsburger Reich und der Republik Venedig geht die Pfarrei von Bagolino, zusammen mit der Pfarrei von Tignale, von der Diözese von Trient zur Diözese von Brescia über.
Somit ist die Vereinigung von Bagolino mit Brescia bezüglich in Bezug auf die Kirchenverwaltung erreicht, was für die zivile Verwaltung bereits Jahrhunderte zuvor stattgefunden hatte.

Bagolino wird am 30. Oktober 1779 durch einem Brand zerstört.
Neben der verheerenden Überschwemmung des Caffaro (1757, die unter anderem auch eine Schmiede, den alten Hochofen und zahlreiche Heuspeicher zerstörte, nennen die Chroniken den größten Brand in der Geschichte von Bagolino am 30. Oktober 1779. Er fordert zahlreiche Opfer und zerstört das Dorf völlig. Unter vielen Mühen wird Bagolino wieder aufgebaut. Erst gegen 1780 beginnt das Dorf, sich wieder zu erholen.

Niedergang der Republik Venedig und Anbruch der Provisorischen Brescianer und der Zisalpinischen Republik: Bagolino wird inKämpfe verwickelt: 1796 und darauffolgende Jahre
Mit dem Niedergang der Republik Venedig, deren Ende das Abkommen von Campoformio am 7. Oktober 1797 besiegelt hatte, fallen die Brescianer Gebiete unter die Herrschaft Napoleons. Dieser erobert im Krieg gegen Österreich die Lombardei.
Am 26. Mai 1796 hält sich Napoleon in Brescia auf. Ein Teil der rebellierenden Bürger von Brescia und Bergamo, insgeheim von den Franzosen unterstützt, gründen die Provisorische Brescianer Republik, die 1810 der Zisalpinischer Republik angegliedert wird. Die Täler und die Gegend um den See, die für die Republik Venedig Partei ergreifen, müssen sich den Truppen des Generals Chevallier ergeben. Diese zerstören mit "Feuer und Schwert" die Dörfer Barghe und Vestone.
Die Bagossi befürchten dasselbe Schicksal, nachdem sie auf der Seite Venedigs gegen die Zisalpinische Republik gekämpft haben. Sie senden daher Delegierte nach Idro, wo die Truppen des Generals Chevallier versammelt sind. Diese übergeben den Franzosen die Schlüssel des Dorfes sowie 500 Gulden, was 185 Millionen Lire entspricht. Die Zisalpinische Republik sieht von einer Strafaktion gegen die Gemeinschaft von Bagolino ab, fordert aber Gehorsam ein. Außerdem muss Bagolino die Symbole und Wappen der Serenissima entfernen: Ein Wappen befindet sich auf dem Platz, unterhalb der Fenster des Gemeindehauses, der andere ist unter dem Laubengang der San Giacomo Kirche.
Die neue Regierung löst das Nonnenkloster und weitere Bruderschaften auf und entwendet das von der Familie Dalumi gestiftete Silberutensilien aus der Pfarrkirche die. Bis heute ist der Verbleib dieser Kirchengeräte unbekannt.
Während der wechselhaften Ereignisse und der Kämpfe zwischen Franzosen und Österreichern quartiert sich ein Trupp Kroaten auf dem Rückzug einen Monat lang in Bagolino bei Ponte Prada ein. Diese Soldaten schließen sich dann General Wunser an, der mit weiteren 30.000 Soldaten auf einem Feldzug gegen die Franzosen den Pian d'Oneda durchquert.
Bei den Schlachten von Lonato, Castiglione und Montichiari werden die Deutschen besiegt.
Auf seinem Rückzug schlägt ein deutscher Truppenteil in Bagolino in der San Rocco Kirche und auf der Wiese des Consiglio (Riva dei Bus) sein Lager auf. Die Truppe bleibt bis französischen Truppen Storo erreichen und sie zum weiteren Rückzug zwingen.
Nach den Deutschen dringen Franzosenn in Bagolino ein. Deren Offiziere wohnen bei wohlhabenden Familien. Die Truppe nimmt Unterkünfte im Palazzo Stagnoli (das Gebäude gehörte damals der Gemeinde), in der San Rocco Kirche, in der Adamantino Kirche sowie auf den benachbarten Wiesen.

Aufhebung der Zisalpinischen Republik und Gründung des Italischen Reiches: 1802 und darauffolgende Jahre
"Die Zisalpinische Republik ist nur von kurzer Dauer und hinterlässt keinen guten Ruf. Persönliche Fehden, Durchsuchungen, häufige Diebstähle, neue Steuern und willkürlich amtlich festgesetzte Preise bilden die Bilanz ihrer Regierung die durch die Hungersnot, verheerende Hagelschauer, die erzwungene Abgabe der Bücher der öffentlichen Verwaltungen noch verschlimmert wird" (U. Vaglia).
Die Zisalpinische Republik wird durch das Italische Reich abgelöst, das am 7. März 1805 gegründet wird. Die Brescianer Gebiete erleben eine Zeit relativen Friedens.
Während des Italischen Reiches wird die Provinz in Verwaltungsbezirke eingeteilt. Bagolino gehört zum Kreis Vestone, der wiederum zum Bezirk Mella gehört. Während dieser Zeit werden Grundschulen gegründet, die zu einer besseren Ausbildung beitragen. Nach dem Willen von Dr. Pietro Riccobelli wird in Bagolino ein Gymnasium gegründet (1812), an dem auch ortsfremde Schüler lernen werden.

Die Deutschen erobern die Macht in der Lombardei zurück: 1814 und darauffolgende Jahre
Als Napoleon I zur Abdankung gezwungen wird, fällt die Lombardei an das österreichisch-ungarischen Kaiserreich. Die Deutschen besetzen Bagolino bis 1815.
Die österreichische Verwaltung teilt das Land in Provinzen ein. Diese werden weiter in Kreise und Gemeinde unterteilt. Die Straßen durch das Tal, die während der letzten Jahren unter venezianischer Herrschaft vernachlässigt wurden, werden nun ausgebessert.
Der Staat übernimmt per Erlass des Vizekönigs Ranieri die vollständige Instandsetzung der Verbindungsstraße zwischen Monte Suello und Bagolino. Bei einem Besuch des Erzherzogs Ranieri in Valle Sabbia wird 1823 der Grundstein zum Bau der Brücke Prada in Bagolino gelegt.
Diese Jahre wird bringen auch Ausbau des Saumpfades zwischen Bagolino und dem Maniva.

Der Krieg zwischen dem sardischen-piemontesischen und dem österreichischen Reich
Bagolino beteiligt sich an den historischen Ereignissen von 1821 -1848.
Das Brescianer Gebiet wird von einer Welle von liberalen und patriotischen Gedanken durchdrungen.
Patrioten konspirieren und treiben die Bevölkerung bis zur Revolution 1848.
Am 5. April ergeht der Befehl, "jedes Wappen bzw. jedes Zeichen, das an die überwundene Tyrannis anspielt, zu beseitigen. Auf jedem Turm soll außerdem die Nationalflagge wehen" (U. Vaglia).
Als die Sarden und Piemontesen in die Provinz einziehen, braucht die Armee, die am Mincio kämpft, dringend Rückendeckung.
Unter dem Kommando des Piemonteser Obersten Allemandi ziehen viele Bewohner des Valsabbia in den Kampf. Am 9. April überschreiten sie die Grenze zum Trentino, sie besetzen Condino und dringen bis Stenico vor. Hier erreicht die Truppen der Befehl zum Rückzug. Die Soldaten, so Vaglia, "sind müde und demoralisiert, vor Hunger völlig geschwächt, ohne Munition und Nachschub. Den Soldaten wird auch klar, dass sie in konzept- und planlosen Militäraktionen verheizt werden." Sie greifen an, die Österreicher werfen sie aber bis Ponte Caffaro zurück, das zusammen mit Prada und Bagolino von einem Bataillon unter der Führung von Beretta besetzt ist.
Am 22. Mai umgehen die Deutschen Montesuello und versuchen, Rocca d'Anfo zu erobern. Ihnen leistet Giacomo Lombardi, genannt Ciometto (aus Riccomassimo) als Einzelperson Widerstand. Auf dem Wege nach Castegnuda, hält Lombardi alleine 600 Deutsche auf, bis Crotti eintrifft und ihm über den sog. "Himmelsweg" zu Hilfe kommt. Der Feind wird zurückgeschlagen und am nächsten Tag besetzen unsere Soldaten Storo.
Nach diesem Sieg trifft die Nachricht über einen Waffenstillstand ein. Beretta zieht sich aus Bagolino zurück und die Provinz wird wieder österreichisch.
Im März 1849 flammen erneut kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Piemont und Österreich auf und Brescia versucht einen Aufstand gegen Österreich. Zehn ganze Tage leistet Brescia erbitterten Widerstand, was der Stand den Titel "Löwin Italiens" einträgt Auch einige Bagossi nehmen an diesem Aufstand teil.

Die Rückeroberung im 1859
Wenige Jahre nach dem im August 1848 in Salasco ein Waffenstillstand geschlossenen wurde, bricht 1859 wieder Krieg aus. Bagolino liegt auf der Demarkationslinie zwischen den beiden Armeen. Die Frontlinie verläuft durch das Dorf, weiter über Idro und Lavenone und über den Kamm zwischen dem Degana und dem Toscolano Tal und endet in Maderno am Gardasee.
Die Talbewohner, noch gezeichnet von den Folgen des Krieges von 1848, erhoffen sich mit der Vertreibung der Österreicher bessere Zeiten. Die "Cacciatori delle Alpi" ("Alpenjäger") erobern unter Führung des Generals Cialdini die Rocca d'Anfo und versuchen, zur Tiroler Grenze vorzudringen.
Teile der Division Cialdini nehmen den Maniva mit Bajonettangriff ein, steigen hinter der Rocca ab und vereinigen sich dort mit weiteren Truppenteilen, die über die Straße von Anfo kommen, und besetzen gemeinsam einen Teil der Festung.
Am 29. Juni 1859 siegen die Italiener, zusammen mit den verbündeten Franzosen, in S. Martino und Solferino. Der Krieg ist hier zu Ende.
Am 29. Juni 1860 übergeben die Österreicher die Rocca d'Anfo an die Nationalgarden von Bagolino, Anfo, Idro, Vestone, Lavenone und Nozza.

Der Feldzug Garibaldis 1866
Nach der Gründung des italienischen Staates 1861 soll Venetien von der Herrschaft der Habsburger befreit werden. Nach all den Jahren der Entbehrung und der Kriege erwarten die Talbewohner die anrückenden Garibaldi-Kämpfer.
In dem Gebiet um den Caffaro beginnen die militärischen Operationen am 25. Juni und ziehen sich bis zum 4. Juli hinaus. An diesem Tag kommt es zur Schlacht von Montesuello.
Am 1. Juli nutzen 3.000 deutsche Soldaten die Verlegung der Garibaldi-Truppe zum Gardasee und besetzen Bagolino und Montesuello. Die Garibalidisten hatten zuvor General Manara bei der Verteidigung von Brescia unterstützt.
Garibaldi verlegt daraufhin Truppen zurück in den hinteren Teil des Tales. Am 3. Juli berät er die Lage in der Rocca d'Anfo. Mittlerweile gelingt es dem Lehrer Stefano Pelizzari den Feind aus dem Dorf zu vertreiben.
Am Nachmittag des 4. Juli entbrennt die Schlacht. Garibaldi und weitere 266 Kämpfer werden verletzt, 44 Männer werden getötet, 22 werden vermisst.
Die Bagossi schicken zur Versorgung der Verletzten täglich eine große Menge Eis aus den umliegenden Bergen nach Anfo.
Am 21. Juli dringt Garibaldi siegreich bis nach Bezzecca vor, wo er den Rückzugsbefehl des Königs erhält. Enttäuscht über den Geländegewinn, den er aufgeben muss, "neigte er seinen Kopf und mit einem lakonischen 'Ich gehorche' akzeptiert er die Entscheidung des Königs" (Vaglia). Der Waffenstillstand zwischen der italienischen und der österreichischen Regierung wird am 9. August geschlossen.
Zur Erinnerung an den Krieg und auf Initiative von Major Guarneri, selbst Kämpfer in Montesuello, wird 1876 das Ossarium-Denkmal in Montesuello errichtet. Es soll an die Gefallenen erinnern, die zuvor in dem San Giacomo Kirchlein beerdigt waren.

Der Afrika Krieg 1893 und darauffolgende Jahre
Die Spuren der Kämpfe beim Caffaro sind noch nicht beseitigt und schon müssen die Talbewohner in den "Afrika Krieg" ziehen, den Italien gegen Abessinien führt.
Die Alpini, per Gesetz am 12. Oktober 1872 gegründet, stellen mit 15 Kompanien die meisten Soldaten. Die Soldaten stammen aus den Berggebieten. Ihre Aufgabe war der Grenzschutz. Das fünfte Regiment bestand aus den Bataillons Vestone, Edolo, Tirano, Morbegno.
Während des libyschen Krieges (1911-12) hebt sich das Bataillon Edolo unter dem Kommando von G. Treboldi aus Anfo besonders heraus. Einige der Soldaten: Domenico Bertoli aus Belprato, Agostino Amolino aus Sabbio Chiese, Giovanni Mora aus Bagolino, Cesare Rossiní aus Vestone, Elia Vaglia aus Anfo, Giovanni Albertini aus Vestone, Luigi Bettini aus Nozza.

Der erste Weltkrieg: 24. Mai 1915 und darauffolgende Jahre
Die Zerstörungen der zurückliegenden Jahre haben die Bagossi hart getroffen, aber es kommt noch schlimmer. Die italienischen Soldaten, nach der Eroberung Libyens kaum heimgekehrt, werden in den ersten Weltkrieg geschickt. Italien ist zunächst neutral, schwenkt dann aber ein auf die Politik der Interventionisten: Das sind der Partito Repubblicano (die republikanische Partei), der Partito Socialista (die sozialistische Partei), Fascio d'Azione Rivoluzionaria (das revolutionäre Aktionsbündel), Partito Radicale (die radikale Partei), Movimento Futurista (die futuristische Bewegung) etc.
Am 23. Mai 1915, um Mitternacht, tritt Italien gegen Österreich in den Krieg ein.
In den Bergen um Bagolino und im Gebiet des Caffaro, die sich auf der Grenzlinie befinden, finden die ersten Kämpfe statt.
Der meist als Stellungskrieg aus Schützengräben geführte Kampf folgt der "Adler-Taktik", d.h. die Gipfel erobern und halten, um von oben die Täler zu beherrschen.
In Richtung Termine Pass, an der Grenze zum Trentino, sind noch heute die Reste von Militärbauten, von Schützengräben sowie von verrosteten Drahtverhauen sichtbar. Es sind stille Zeugen eines langen, zermürbenden Krieges.
In der Nacht zum 24. Mai 1915 passieren die "Bersaglieri", gefolgt von den Alpini (5. Bataillon) und den Infanteristen (62. Regiment) die Brücke im Ortsteil Ponte Caffaro, der Grenze zu Österreich. Ziel ist die Eroberung des Trentino.
Als die Kämpfe blutiger werden, müssen die Einwohner des Piano im Hauptort Bagolino Zuflucht suchen.
Schon einmal mussten sie sich vor den österreichischen Kanonen nach Bagolino zurückziehen, die auf das Forte Cariola, auf das Forte Lardaro und auf das Forte Corno zielen. Die Italiener erwidern das Feuer aus dem Forte Baremone sowie aus der Rocca d'Anfo.
1918 ist für die Einwohner von Ponte Caffaro ein tragisches Jahr. Die auf dem Forte Por aufgestellten Kanonen schießen unterbrochen auf den kleinen Ortsteil an der Grenze.
Die Leute fliehen auf das Land, in die Keller oder nach Bagolino.
Die Häuser werden zerstört. Auch die Kirche wird unter Beschuss genommen. Wie durch ein Wunder wird niemand getötet.
Nach dem Kriegsende im Sommer 1918 verbindet die Brücke in von Ponte Caffaro wieder zwei italienische Flussufer. Italien hatte, so Biati, "ja seine Grenzeansprüche durchgesetzt aber gleichzeitig neu Probleme geschaffen, die die Unzufriedenheit der Bevölkerung schürte, die zur Ursache neuer schlimmer Ereignisse werden wird".
Zum Gedenken aller Gefallenen aus Bagolino erwähnt Ugo Vaglia:
Scalvini Giovanni, Gefreiter des 5. des Alpini-Regiments, Bronzemedaille, mit Mut und Gelassenheit diente er seinem Abteilungskommandanten mit seinem energischen Kommando über einige Männer. Monte Ortigara, am 15. Juni 1917.
Stagnoli Carlo, Sohn von Carlo, Feldartillerie-Unteroffizier, Tapferkeitskreuz. Als ein Teil der Artillerie schwer getroffen wurde, eilte er zu Hilfe, obwohl er selbst schwer verletzt war. Soglio Rotto (Pria Forà Arsíero) am 3. April 1918.
Zanetti Carlo Tebaldo, Sohn von Stefano Giulio, Leutnant im 5. Alpini-Regiment, Kriegsfreiwilliger, Silbermedaille.
Unter seiner Führung konnten einige mutige Soldaten eine Lücke in die feindlichen Drahtverhaue brechen und bereiteten den Weg für einen Angriff. Er fiel als erster am Rand der feindlichen Verschanzung.
Basso Costone Vursic (Monte Nero) am 16. September 1916.
Alberti Giovanni, Sohn von Giuseppe, Obergefreiter 5. Alpini-Regiment Bataillon Montesuello, Bronzemedaille.
Er war zuständig für eine Abteilung der Torpedowerfer. Unter Beschuss, warf er unermüdlich Splitterbomben und Torpedos, bis er von einer Granate tödlich getroffen wurde. Trincerone di Zugna am 23. August 1917.
Fusi Giovanni, Sohn von Pietro, Obergefreiter in der 530. Artillerie-Gruppe Belagerung, 332. Batterie der Artillerie, Bronzemedaille.
Er war Leitungskontrolleur im Hochgebirge seit Kriegsbeginn. Er scheute keine Gefahr, um die Funktion der Leitungen sicher zu stellen. Am 24. Mai 1918, nach einem langen und gefährlichen Marsch, verlegt er neue Leitungen und missachtetet todesmutig das feindliche Feuer. Punta Castellaccio zwischen dem 25. und dem 26. Mai 1917.
Sechzig Jahre später (1975) trafen sich die Veteranen der ersten Weltkrieges mit den österreichischen "Feinden" in Ponte Caffaro. Beide Parteien verband die selben Friedensideale.
Es folgen Erinnerungen dreier Veteranen. Sie stammen aus dem Werk "Storia di un Ponte" ("Geschichte einer Brücke").
Hans Biedermanns, 75 Jahre.
Wir haben die Italiener niemals gehasst. Es ist nicht unsere Schuld, dass wir uns gegenseitig erschossen haben. Ich war 14 Jahre alt, als der Krieg ausbrach. Ich war selbst im Krieg und habe gegen die Italiener gekämpft. Die Italiener behalte ich in guter Erinnerung: Sie kämpften wie Verrückte und schrieen immer. Ich freue mich, dass ich nach Italien zu diesem Anlass als Freund gekommen bin.
Johann Virgolini, 77 Jahre.
Mein Familienname ist zwar italienisch, aber, soweit mir bekannt ist, waren meine Ahnen stets österreichisch. Ich wohne in Feldkirchen. Ich habe ebenfalls gegen die Italiener auf dem Monte Cimon und auf dem Stelvio (Stilfser Joch) gekämpft. Ich war Kriegsfreiwilliger. Damals in der Schule bläuten sie uns den Kopf mit diesen Dingen voll. Ich habe niemals die Italiener gehasst und jetzt schätze ich sie noch mehr. Ich bin froh, dass ihr Frieden geschlossen habt.
Pietro Cominotti, Odolo. 1915 blieb ich zu Hause: Ich war zu jung. Dann als Alpini des "Vistù" habe ich die Heldentaten auf dem Ortigara miterlebt. Es hat mich gefreut, nach so langer Zeit die Deutschen wiederzusehen. Dass wir uns gehasst haben, daran ist niemand schuld. Nun sind wir Freunde und das ist schön. Ich bin sicher, dass auch meine verstorbene Kameraden sich freuen würden.

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